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Zum Auftakt der bundesweiten Woche des Bürgerschaftlichen Engagements engagierten sich am 18. September erstmals Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Neustrelitzer Unternehmen für einen Tag in sozialen Einrichtungen der Stadt – mit Erfolg, der Lust auf mehr macht. Ein Spaziergang mit Bewohner*innen des Altenpflegeheims, ein gemeinsames Filzen und Spielen im Tageswerk, ein offenes Ohr im Pflegealltag: So sah der erste Social Day in Neustrelitz aus, den die Steuerungsgruppe EiNZ – Engagiert in Neustrelitz ins Leben gerufen hat.

Drei Unternehmen ließen sich für die Premiere gewinnen: Mitarbeiterinnen der Raiffeisenbank Mecklenburgische Seenplatte verbrachten den Vormittag im AWO Altenpflegeheim „Am Zierker See“, Beschäftigte der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz engagierten sich in der DRK Pflegeeinrichtung Luisendomizil, und Mitarbeitende der Residenzstadt Neustrelitz sowie Mitglieder der EiNZ-Steuerungsgruppe selbst packten im Tageswerk Neustrelitz mit an.

Statt im gewohnten Büroalltag, verbrachten die Teilnehmenden vier Stunden in einem völlig anderen Umfeld: Sie gingen spazieren, führten Gespräche, filzten, spielten und halfen bei kleinen Aufgaben des Alltags. Was zunächst wie eine kleine Geste klingt, entfaltete eine große Wirkung – bei den Klientinnen und Klienten ebenso wie bei den Teilnehmenden selbst.

Am Nachmittag trafen sich alle Beteiligten dann zum gemeinsamen Ausklang im Hertelsaal des Kunsthauses: Bei Kaffee, Kuchen und guter Musik wurde der Vormittag Revue passiert und in einer offenen Austausch- und Feedbackrunde reflektiert. Genau hier wurde deutlich, wie viel der Tag bei allen Beteiligten bewegt hatte. Die Rückmeldungen waren durchweg herzlich: Man habe die Offenheit und Unbefangenheit der Gäste genossen, hieß es aus den Einrichtungen, und einige Bewohner*innen fragten prompt nach, ob ein solcher Tag wirklich nur einmal im Jahr stattfinde. Auch bei den Unternehmen selbst hinterließ der Tag sichtbar Eindruck – vom Kontakt zu Menschen mit Beeinträchtigung, die ihr Leben trotz aller Umstände bunt und aktiv gestalten, bis hin zu neuem Respekt vor der Arbeit des Pflegepersonals.

Unterstützung darf keine Ausnahme bleiben

Aus der Feedbackrunde nahm die Steuerungsgruppe von den Teilnehmenden aber noch etwas ganz anderes mit: den Wunsch, dass Unterstützung in sozialen Einrichtungen nicht die Ausnahme eines einzigen Tages im Jahr bleibt. Warum, so die Überlegung, gehört es nicht viel selbstverständlicher zum Alltag, mal ins Altenheim zu gehen, um Karten zu spielen oder gemeinsam spazieren zu sein – ganz unbefangen im Umgang mit Alter, Krankheit oder Beeinträchtigung? Begegnung, so die Idee, könnte auf diese Weise Einsamkeit spürbar entgegenwirken. Konkret wurde der Gedanke geäußert, Kitas und Schulen mit sozialen Einrichtungen in einer Art AG zusammenzubringen, die regelmäßige Besuche fest im Alltag verankert. Eine Idee, die die Steuerungsgruppe EiNZ als besonders herzerwärmend aufgenommen hat und zu der nun erste Gespräche geführt werden sollen.

Im Vorfeld des Social Daya hatte die Steuerungsgruppe zahlreiche soziale Einrichtungen und Träger in der Stadt angefragt und daraus eine umfangreiche Liste an Einsatzmöglichkeiten mit festen Ansprechpartnerinnen und -partnern zusammengestellt – ein Pool, der auch für kommende Social Days zur Verfügung steht und stetig weiterwachsen soll. Über Feedbackbögen sammelte das Organisationsteam zudem wertvolle Hinweise, wo künftig noch nachgeschärft werden kann.

Bestandteil der Unternehmenskultur

Und Zukunft ist für die Initiatorinnen und Initiatoren das entscheidende Stichwort: Schon jetzt richtet sich der Blick auf die kommenden Jahre. Ab 2027 sollen idealerweise fünf wechselnde Unternehmen dabei sein, sodass der Social Day in immer mehr Neustrelitzer Betrieben zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur wird. Geplant ist außerdem, das Format künftig stärker als Kombination aus Social Day und Teamtag zu profilieren – um den gesellschaftlichen Mehrwert mit einem echten Teambuilding-Erlebnis zu verbinden.

Der erste Social Day hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn sich Wirtschaft, Verwaltung und soziale Einrichtungen für einen Tag die Hand reichen. Die drei teilnehmenden Unternehmen waren in diesem Jahr Vorreiter – und die Steuerungsgruppe EiNZ lädt jetzt ausdrücklich weitere Neustrelitzer Unternehmen ein, sich anzuschließen.

Wer beim nächsten Social Day dabei sein möchte, ist eingeladen, sich frühzeitig unter engagiert@neustrelitz.de mit der EiNZ-Steuerungsgruppe in Verbindung zu setzen – nicht nur, um mitzumachen, sondern auch, um eigene Akzente zu setzen: mit Wünschen zur passenden Einrichtung, Ideen für die Ausgestaltung des Tages oder Impulsen für den Teamtag-Charakter. Denn nur so kann aus dem Social Day für jedes Team auch wirklich das werden, was er sein soll: ein Tag mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert und echtem Zusammenhalt. Die Botschaft der Initiative bleibt dabei klar: Engagement soll alle Ebenen der Gesellschaft miteinander verknüpfen – Hand in Hand, und mit jedem weiteren Unternehmen ein Stück mehr.