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Ausbildung, Eisrettung, Feuerwehr, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Training, Weißer See, Wesenberg

Die Freiwillige Feuerwehr Wesenberg hat am heutigen Sonnabend auf dem Weißen See das Ausbildungsthema Eisrettung abgearbeitet. Begonnen wurde mit einer Theoriestunde im Feuerwehrgerätehaus. Hier ging es um Techniken, Taktiken, Vorgehensweisen, Ausrüstungsgegenstände, Hilfsmittel, Physiologie usw. „Für die meisten von uns Auffrischung und Wiederholung“, schreibt mir mein Blogpartner René Deparade.
„Anschließend ging es dann aufs Eis vom Weißen See, wo wir uns eine Übungsstelle schafften und verschiedene Rettungsmethoden und Handgriffe unter der Anleitung eines unserer Kameraden übten, welcher auch bei der Berufsfeuerwehr tätig ist.“ Zur Ausrüstung gehörten übrigens auch zwei sogenannte „Ice Commander“ bei denen es sich um Rettungs- und Überlebensanzüge handelt. Diese werden im Einsatzfall bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle vom Angriffstrupp angelegt und schützen bis zu 12 Stunden bei 0 °C Wassertemperatur. Kostenpunkt ca. 3000 € pro Stück.
Abschließend noch ein wichtiger Warnhinweis an die Bevölkerung: Zu Übungs- und Ausbildungszwecken hat die Freiwillige Feuerwehr ein Loch in die Eisdecke des Weißen See gemacht. Dieses wurde selbstverständlich mit Warnband markiert und abgesperrt. Die Kameraden bitten an dieser Stelle um Vorsicht und Verständnis.
Grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall Eisflächen nicht betreten! Aber weiß denn jeder, wie sich zu verhalten ist, wenn eine Person im Eis eingebrochen ist? Dass es sich hierbei um eine lebensbedrohliche Notsituation handelt, in der das „Opfer“ zu unterkühlen und zu ertrinken droht, ist klar. Dennoch bestehen durchaus Überlebenschancen, wenn alle Beteiligten richtig handeln. Ein paar Hinweise der Freiwilligen Feuerwehr Wesenberg.
Begonnen mit dem Eingebrochenen:
1. Wenn man bemerkt, dass man einbricht, die Arme seitlich ausstrecken, um ein vollständiges Untertauchen zu verhindern.
2. Auf sich aufmerksam machen und um Hilfe rufen.
3. Ruhe bewahren (leicht gesagt, aber wichtig).
4. Selbstrettungsversuche immer in Richtung Ufer, wo man hergekommen ist.
5. Versuchen seitlich auf die Eisfläche zu klettern bzw. zu rollen, um das Gewicht möglichst breit zu verteilen.
6. Was passiert mit meinem Körper? Nach wenigen Minuten beginnt sich der Blutkreislauf zu zentralisieren, d.h. das Blut fließt aus den Extremitäten zu den lebenswichtigen Organen. Infolge dessen werden Hände, Arme, Beine usw. taub. Das bedeutet nicht, dass man gleich stirbt, also weiterhin versuchen Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Es bestehen immer noch Überlebenschancen.
Was sollten Ersthelfer tun?
1. Sofort Notruf (112) absetzen und keine Zeit verlieren!
2. Falls vorhanden geeignete Rettungsmittel wie z.B. langen Ast, Schal, Rettungsring, Seil o.ä. reichen.
3. Keine unüberlegten und riskanten Rettungsversuche unternehmen.
4. Abstand zur Einbruchstelle halten.
5. Eingebrochenen betreuen, Mut zureden und nicht allein lassen.
6. Möglichst weitere Personen einbinden, z.B. als Einweiser für Rettungskräfte losschicken.




