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Es scheint so, als wenn der Airfryer süchtig macht. Ich gebe das noch nicht zu, schließlich bin ich Anfänger und kann das zweite Vorpreschen (Strelitzius berichtete) noch unter Training verbuchen. Heute Mittag habe ich einer Freundin meinen aktuellen Rezeptvorschlag durchtelefoniert, sie selbst bei einem Nudelauflauf. Prompt bekam ich ein „Ihr wollt wohl mal wieder gesund essen“ attestiert. Nicht so ganz falsch, wobei der Weg zur Heißluftfritteuse diesmal nicht steinig, aber schimmelpilzig war. Die braunen Bio-Champignons, am Mittwoch bei Aldi erworben, waren bereits trotz vorschriftsmäßiger Lagerung am Freitag aus dem Rennen. Was uns heute noch mal aus dem Haus getrieben hat. Ein Hoch auf den schwarzen Netto, der wenigstens stark preisgesenkte Reste weißer Champignons am Start hatte. Winterlicher Spaziergang im Anschluss, so kommt man auch an die Luft.

Zurück zum Nörgeln. Unsere Ninja, also die Heißluftige, ignoriert die Bedienungsanleitung. Da wird behauptet, Zone 1 sei automatisch eingestellt. Totaler Quatsch, muss per Hand markiert werden. Gleich keinen Hinweis gibt es darauf, dass die neue Küchenkönigin erst nach zweimaligem Drücken startet. Geschenkt, nun weiß man es ja jetzt. Das Ergebnis der nach Startschwierigkeiten ins Rennen geschickten Lifestyle-Köchin war heute jedenfalls wieder alles verzeihend, meint auch die Holde.

Ich habe zwei Stücke Wildlachs mit Erdnussöl eingepinselt, mit Zitronensaft beträufelt, gesalzen und gepfeffert sowie dezent mit Knoblauchpulver gewürzt. Ab Marsch in Kammer 1, in der ich vorher noch ein Grillgestell platziert hatte. Da zirkuliert die Hitze besser, Wenden nicht erforderlich. Der Fisch bekommt im Backprogramm 18 Minuten bei 160 Grad.

Einen kleinen Spitzkohl, drei Spitzpaprika, eine Zwiebel, zwei Knobizehen und 250 Gramm Champignons, das Weiße von einem Bund Frühlingszwiebeln habe ich mundgerecht zerschnitten, den Knobi gehackt, und alles in der zweiten Kammer, ich benutze da geniale Silikoneinsätze, mit Erdnussöl, Salz, Pfeffer und Paprikapulver vermischt. 190 Grad im Backprogramm, 15 Minuten, nach der Hälfte der Zeit durchmischen. Beide Kammern sind synchron geschaltet, der Rest ist Schwelgen.

Ein paar Spitzer Aceto Balsamico und Worcestersauce, das Zwiebelgrün in Röllchen über das Gemüse, Weinchen, Bierchen, gutes Leben für den Moment. Viel Spaß beim Nachkochen. Beim nächsten Mal in der Strelitzius-Küche bleibt Ninja trotzdem außen vor. Eine gewisse Sehnsucht nach klassischer Zubereitung ist tief in mir unverkennbar. Und Monopolstellungen lehne ich ohnehin ab.

Zu empfehlen: Silikoneinsätze und Grillgitter.