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Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Quantensprung ist. Auch kann ich nicht einschätzen, ob sich nun konservative Leser von mir abwenden, die meine bisherigen Kochrezepte zu schätzen wussten, Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe eine Heißluft-Fritteuse angeschafft. Und nicht nur das, ich benutze sie auch noch.

Nachdem mir Tochter und Schwiegersohn Loblieder auf das Life-Style-Teil gesungen hatten, ist die „Ninja“ nun auch bei uns eingezogen. Wegen gescheiterter Raumplanung: Die ausladende Neuzugegangene wird aus dem Hauswirtschaftsraum hereingetragen, auf den Küchentresen gehoben und nach getaner Arbeit wieder in die Kammer geschafft.

Ein zögerlicher Probelauf mit übrigem Grillfleisch vom vergangenen Jahr hatte mich schon überzeugt. Gestern habe ich Ernst gemacht und beide Kammern der Neuen im Synchron-Programm bemüht. Vor fast einem Jahr habe ich hier im Blog bei ähnlichem Mahl noch getönt, es gehe auch ohne die Heißluftige. Aber, was schert mich mein Geschwätz von gestern!

Den letzten Schubser habe ich wohl von meiner Schauspielkollegin Monika bekommen, die die Tage, auf die neue Technik angesprochen, ins Schwärmen geriet. Und meine geschätzte Kollegin bezieht schon länger Rente als ich, sprich, sie war der Zukunft zugewandt, als ich Ewiggestriger noch am Herd im Topf rührte.

Silikoneinsätze unbedingt zu empfehlen

Kammer 1, ich habe da empfehlenswerte Silikoneinsätze erworben: 500 Gramm Rinderhack mit einem Ei, drei Esslöffeln Semmelmehl, einer kleingehackten Zwiebel, vier kleingehackten Knobizehen, Pfeffer, Salz und einem Teelöffel scharfen Senfs vermischen. Alles gut kneten, einen Laib formen und den in die linke Schublade einsetzen.

Kammer 2: Ein Netz Rosenkohl (450 Gramm) putzen, mit zwei Teelöffeln Erdnussöl und Spalten einer Zwiebel sowie Salz und Pfeffer vermischen.

Jetzt wird es technisch: Der Hackbraten bekommt 50 Minuten Backen, der Kohl 20 Minuten Airfryer. Den Braten nach der Hälfte der Zeit wenden, den Kohl ebenfalls zur Halbzeit durchmischen.

Außen knusprig, innen herrlich fluffig

Unterdessen habe ich herkömmlich noch eine Reismischung gegart, abgegossen und vor dem Auftischen in die Wärmeschublade geschoben. Auf den Teller kommen noch Aceto-Balsamico-Creme und frisch geriebener Parmesan zwecks Veredlung der erfreulich bissfesten Rosenkohlröschen und ein paar Spritzer Worcestersauce für den Hackbraten, außen knusprig, innen herrlich fluffig.

Nun besitzen wir ja auch noch einen Dampfgarofen sowie einen Römertopf, und haben in beiden schon ganz wunderbare Hackbraten zubereitet. Der Sieger? Da lege ich mich noch nicht fest. „Ninja“ und meine Wenigkeit werden auf jeden Fall Freunde, schon kurz nach der Bekanntschaft keine Frage.