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Alle Welt redet von Heißluftfritteusen. Töchting und Schwiegersohn gehören auch zur Fraktion der Begeisterten. Ich bin ja trotz fortgeschrittenen Alters dem Neuen immer zugeneigt, aber bei uns scheitert die Anschaffung des Wundergerätes an einer Kleinigkeit. Obwohl wir großzügig gebaut haben, ist schlichtweg kein Platz mehr in der Küche für raumgreifende Technik. Dieser Tage diskutierte ich im Kreis meiner Theaterkollegen das Problem an, und siehe da, etlichen Mitstreitern ging es genauso. Wo so ein Teil noch hinstellen?

Immerhin hat mich die Beschäftigung mit der Materie darauf gestoßen, dass andere Errungenschaften bei der Speisenzubereitung in unseren vier Wänden lange keine Rolle gespielt haben. Und so kamen der Römertopf in Sachen Hackbraten und der Dampfgarer beim Gemüse zum Einsatz. Na endlich, dürften beide erleichtert geseufzt haben, wenn sie es denn gekonnt hätten.

Ich habe 500 Gramm Rinderhack mit einem Ei, Semmelmehl vier kleingehackten Knobi-Zehen, einer kleingehackten Zwiebel und zwei kleingeschnittenen Paprika-Schoten verknetet. Knobi, Zwiebel und Paprika habe ich zuvor in einem Esslöffel Butterschmalz angeschmort. Und weil es sich um die ungarische Variante meiner diversen Hackbraten handelte, kamen neben Salz und Pfeffer auch ordentlich Rosen-Paprikapulver zum Einsatz. Aus dem Gemenge habe ich einen länglichen Laib geformt und den in den gut gewässerten Römertopf gegeben. Deckel drauf und ab in den Ofen bei 220 Grad Ober- und Unterhitze. Garzeit: 75 Minuten.

Dann habe ich ein Netz Rosenkohl geputzt und die Röschen auf einem Lochblech verteilt. Im Tiefkühler haben sich auch noch ein paar Stücke Blumenkohl gefunden. Gott sei Dank, denn wie sich herausstellte, isst unser nunmehr dreijähriges Enkelchen, was gerade bei Omi und Opi gastierte, (noch) keinen Rosen-, wohl aber Blumenkohl. Das gut gefüllte Blech in den Dampfgarer geschoben, ein paar Runden mit der Salz- und mit der Peffermühle drehen, und bei 100 Grad dem Gemüse eine gute halbe Stunde Ballett gemacht. Am Ende war es schön bissig, und der Hackbraten wunderbar fluffig. An den hatte ich 15 Minuten vor Ultimo noch etwas Fleischbrühe gegeben.

Wer will, kann dem jahreszeitlich bestens passenden Gericht nun noch Tüften oder Reis zugesellen. Wir haben es bei Fleisch und Kohl bewenden lassen, und waren hochzufrieden. Guten Appetit! Übriges lässt sich Hackbraten auch wunderbar im Dampfgarer herstellen. War hier im Blog schon zu lesen. Fazit: Es gibt doch noch ein Leben ohne Heißluftfritteuse!