Schlagwörter
Begrüßung, Choreograf, Deutsche Tanzkompanie, Elementezyklus, Erd3e, Faski, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Tanzdrama

In Zeiten der Kriegshysterie ist es für einen russischen Künstler nicht einfach, nach Deutschland einzureisen und hier zu arbeiten. Das klang zumindest zwischen den Worten an. Umso herzlicher ist Emil Faski heute bei der Deutschen Tanzkompanie in Neustrelitz begrüßt worden. Der namhafte Choreograf und Tänzer aus Sankt Petersburg, ausgebildet an der renommierten Waganowa-Ballettakademie der Stadt, übernimmt den zweiten Teil der Einstudierung des Tanzepos „Erde“, Abschluss des Elementezyklus, das am 18. April im Neustrelitzer Landestheater seine Premiere erleben wird (Strelitzius berichtete).
„Ich freue mich hier zu sein, arbeite überall gern, bin Kunstschaffender, ein Kind der Welt“, so der Russe in gutem Deutsch bei seiner mit Applaus bedachten Einführung. Ihm sei Bach ebenso nah wie Tschaikowski. „Kriege wird es wohl leider auch weiter geben, so ist der Mensch, sonst wäre die Erde besser.“ Zuletzt war Faski in Deutschland 2021 für die Bayerische Staatsoper tätig.
Wie seine Kollegin Monica Proenca im ersten Akt von „Erde“, arbeitet auch Faski mit einem Komponisten zusammen. Vladislav Fedorov vom Sankt Petersburger Konservatorium schreibt unter enormem Zeitdruck eigens die Musik für den Part von Faski. Dessen Vorstellungen werden auch Bühnenbild (Axel Rothe) und Kostümbild (Nicola Clarissa Gehring) im zweiten Teil prägen. Marco Zabel, Geschäftsführender Vorstand, ist froh und erleichtert, dass der Umsetzung des Ausnahme-Projektes „Erde“ mit zwei völlig unabhängig voneinander arbeitenden Choreografen und damit zwei Handschriften an einem Abend nun nichts mehr im Weg steht.
Proenca hat beeindruckend vorgelegt
Faski bestätigte auf Nachfrage einer Journalistin, dass er sich einzig auf seine Aufgabe konzentrieren werde. Was im besten Fall heißt, dass er erst bei der Uraufführung tatsächlich erlebt, welche Früchte die Arbeit von Monica Proenca mit den Tänzerinnen und Tänzern trägt. Die gebürtige Brasilianerin habe in den vergangenen drei Wochen seit Probenstart schon beeindruckend vorgelegt, wie von Zabel zu erfahren war.
Von Emil Faski ist moderner, relevanter Tanz zu erwarten, „aber auch nicht zu modern, alles wird klar“. Er setze nicht auf Handlungsballett, sondern auf Allegorien und Assoziationen. Im Mittelpunkt des zweiten Aktes die Erde als Planet zwischen Ursprung und Zerstörung im großen Universum mit ihrem gefährlichsten Lebewesen, dem Menschen und den von ihm ausgetragenen Konflikten. Unübersehbar die Warnung, „dass wir unverzüglich etwas für unseren Heimatplaneten tun müssen“, führte der Choreograf aus. Am Ende bleibe Hoffnung.
Nicht dabei sein heute im Haus der Deutschen Tanzkompanie am Riefstahlplatz konnte Dramaturg Felix Erdmann. Der war witterungsbedingt mit der Bahn zwischen Berlin und Neustrelitz stecken geblieben.

