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Die Deutsche Tanzkompanie hat heute die Proben zum vierten und letzten Teil ihres Elementezyklus aufgenommen. Zur Werkeinführung des Tanzepos „Erde“ in zwei Akten am Mittag im Haus am Neustrelitzer Riefstahlplatz waren auch Medienvertreter eingeladen. Marco Zabel, Geschäftsführender Direktor der Kompanie, verband seine Neujahrsgrüße damit, dass es 2026 zugleich viele gute Wünsche für unsere Erde gebe. Insofern werde sich die Inszenierung von „Erde“ neben dem Element Erde „durch einen starken Blick auf unseren Heimatplaneten auszeichnen“.

Im abschließenden Teil des Zyklus ist einiges anders angelegt als bei den drei Vorgängern. Mit der gebürtigen Brasilianerin Monica Proenca und dem Russen Emil Faski sind gleich zwei namhafte Choreografen verpflichtet worden, die für die Einstudierung von je einem Akt verantwortlich zeichnen. Proenca zur Seite steht der französische Musiker und Komponist Jean-Philippe Barrios (LACRYMOBOY).

Faski wird im zweiten Akt von ihm ausgesuchte Musik einsetzen. Er konnte heute noch nicht dabei sein. Auch ein Zuschalten hatte sich als schwierig erwiesen. „Wir haben Choreografin und Choreograf bewusst gewählt, um ganz unterschiedliche künstlerische Sichten aus ganz verschiedenen Teilen der Erde einzufangen“, fügte Marco Zabel an. Leider beginne der 1. Arbeitstag im neuen Jahr nun mit einer „Leerstelle“. Es bleibe spannend.

Junger Schauspieler übernimmt Dramaturgie

Ebenfalls aufhorchen lässt die Besetzung der Dramaturgenposition. Hier wird der bei der TOG im Engagement stehende junge Schauspieler Felix Erdmann (28) sein Debüt geben. Er war es auch, der den größten Part bei der Werkeinführung von den Anfängen, die Erde mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde zu erklären, über den Marxismus bis hin zur Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung bestritt. Viel Beifall im Ballettsaal gab es auch für seinen originellen Streifzug durch die Erdgeschichte, bei dem er die Tänzer über 4,5 Milliarden Jahre schrittweise vorrücken ließ, während er die jeweiligen Phasen der Entstehung unseres Planeten zuordnete. Die Erde sei ein Buch voller Erinnerungen, in dem man lesen kann, so Erdmann, „und wir haben nur diese eine“.

Zum Kernkonzept: In Akt I wird in vier Kapiteln die Geschichte der Erde von ihren Anfängen bis in die Gegenwart und darüber hinaus tänzerisch erzählt. Er endet mit der unbeantworteten Frage nach dem Weitergehen. Akt II erzählt wieder die Geschichte der Erde, dieses Mal mit einem Fokus auf die Evolution des Lebens und insbesondere der Menschen, als Protagonisten auf dieser planetaren Bühne erscheinend, wie im taufrischen Libretto zu lesen ist.

Wegen der vielfältigen Verpflichtungen der Deutschen Tanzkompanie wird die Premiere von „Erde“ „erst“ am 18. April im Landestheater Neustrelitz erfolgen. Pro Akt des Tanzdramas sind etwa 55 Minuten veranschlagt, dazwischen gibt es eine Pause. Zu Kostümen und Bühnenbild gab es noch keine konkreteren Aussagen.

Felix Erdmann, Monica Proenca und Jean-Philippe Barrios (von links).
Felix Erdmann dirigiert die Tänzer erdgeschichtlich durch den Ballettsaal. Auch Marco Zabel (rechts) hat die Reise mitgemacht und Spaß daran gehabt.