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Bauleiter Mario Ast (Köthenbürger HTI); der kaufmännische Leiter des Agroneums Sven Rose; WMSE-Geschäftsführerin Sabine Lauffer; Landrat Thomas Müller; Kreistagspräsident Thomas Diener, der Amtsleiter Zentrale Dienste/Schulverwaltung Dirk Rautmann und der Geschäftsführer des Planungsbüros A&S (von links) vor der versenkten Zeitkapsel. Foto: LK MSE

Nach dem Abbau der Traglufthalle seit Februar wurde am heutigen Dienstag auf dem Gelände des Agrarhistorischen Museums der Mecklenburgischen Seenplatte, kurz Agroneum, in Alt Schwerin der Grundstein für den Bau der neuen Ausstellunghalle gelegt. Der Landkreis investiert insgesamt rund 2,3 Millionen Euro in das Gebäude, das den Namen „Schaudepot“ erhalten wird.

„Diese Grundsteinlegung ist nicht nur ein Bekenntnis zum Agroneum, sondern auch ein Bekenntnis für den Erhalt unseres kulturellen und technischen Erbes“, so Landrat Thomas Müller bei der Grundsteinlegung. „Denn die Landwirtschaft ist schlichtweg Teil unserer regionalen Identität.“ Er kündigte an, sich auch in Zukunft gemeinsam mit dem Kreistag für das Museum einzusetzen. Im Anschluss an die Begrüßung befüllte er gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung, Bauleitung und Bauplanung eine Zeitkapsel mit Bauplänen, einer aktuellen Zeitung und etwas Münzgeld.

Machbarkeitsstudie 2023 in Auftrag gegeben

Das bisherige Herzstück des Freilichtmuseums, eine 36 Meter lange und acht Meter hohe Traglufthalle, hatte ihre vorgesehene Lebensdauer bereits überschritten. Durch die mangelnde Dämmung war vor allem im Winter ein hoher Wärmeverlust zu verzeichnen, zudem war der Betrieb des Gebläses sehr energieintensiv und die Druckausgleichsschleusen ließen sich nicht barrierefrei umbauen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte daher im Jahr 2023 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die einen Neubau an gleicher Stelle zum Ergebnis hatte.

Besonders ist, dass durch die Nutzung der Plane der alten Traglufthalle die Hochregalanlage für die großen Ausstellungsstücke während des Baus geschützt werden und somit stehen bleiben kann – die neue Halle wird quasi drumherum gebaut. Dadurch konnte die Sicherung der Hochregale sehr kostengünstig erfolgen. Das neue Gebäude mit einer Länge von 36 Metern, einer Breite von 18 Metern und rund 10 Metern Höhe soll im Erdgeschoss einen Klinker und im Obergeschoss eine Holzverkleidung erhalten. Durch den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem gesamten Dach sollen zudem die Betriebskosten deutlich verringert werden, da der so erzeugte Strom den Bedarf während der gesamten Saison von Ende März bis November abdeckt.

„Mit diesem Bau setzen wir ein sichtbares Zeichen für den Museumsstandort Mecklenburgische Seenplatte“, so Sabine Lauffer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte. Die Fertigstellung der Halle ist für Dezember 2026 geplant.

Um die 50.000 Besucher jährlich

Bereits in den 1960er-Jahren hatte man sich entschieden, die Guts- und Landwirtschaftsgeschichte Mecklenburgs beispielhaft inmitten ihrer historischen Substanz für Besucher erlebbar zu machen. Heute ist das Agroneum ein ca. 5 Hektar großes Freilichtmuseum mit historischer Schmiede, Stellmacherei, Holländerwindmühle und zahlreichen Ausstellungshallen für eine umfangreiche Sammlung landwirtschaftlicher Technik. Nicht nur die Arbeits-, auch die Lebens- und Wohnverhältnisse der Landbevölkerung in den verschiedenen Epochen werden hier dargestellt. Jährlich verzeichnet das Museum etwa 50.000 Besucher und wird, wie das 3-Königinnen-Palais in Mirow und das Schliemann-Museum in Ankershagen, seit 2023 von der kreiseigenen MuSeEn gGmbH betrieben.

Landrat Thomas Müller, WMSE-Geschäftsführerin Sabine Lauffer und Kreistagspräsident Thomas Diener vor dem Baufeld, im Hintergrund die Plane der alten Traglufthalle.
Die fertige Halle als 3D-Grafik. Foto: A&S