Schlagwörter
Biotop, Grünes Dach, Kolloquium, Müritzeum, Mecklenburgische Seenplatte, Untersuchung, Waren

In den vergangenen drei Jahren haben die wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Müritzeums in Waren zusammen mit ehrenamtlichen Bürgerwissenschaftlern und Experten das grüne Dach auf dem Hauptgebäude, dem „Haus der 1000 Seen“, interdisziplinär untersucht, um einen Einblick in die Lebewelt auf dem Dach zu erhalten und seine Rolle in der städtischen Biodiversität zu bewerten. Das Projekt wurde von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) aus Erträgen der Bingo! – Umweltlotterie finanziell unterstützt.
Gemeinsam mit ehrenamtlichen Bürgerwissenschaftlern waren die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Müritzeums 2023 gestartet und sammelten Daten zur Flora und Fauna auf dem Dach. Die letzten Auswertungen aus dem Jahr 2025 werden derzeit aufbereitet. Bereits während der Laufzeit gab es Beiträge in verschiedenen Medien und viele Kinder erhielten bei speziellen umweltpädagogischen Projekten Einblick in die Erforschung dieses außergewöhnlichen Lebensraumes.
Zu Beginn des Projekts standen die Pflanzen und Schmetterlingsarten im Fokus der Fragestellungen. Gemeinsam mit den Experten wurden auf dem grünen Dach systematisch die Pflanzen und Insekten erfasst, um u.a. zu sehen, wie sich der Pflanzenbestand seit der Aussaat vor gut 15 Jahren verändert hat, welche Schmetterlingsarten auf den Flächen vorkommen und wie sie diesen Lebensraum nutzen. Um vor allem nachtaktive Schmetterlinge zu bestimmen, wurden diese mit Hilfe von speziellen Lebendfallen mit diffusen Lichtquellen, d.h. mit superaktinischen Lampen, die einen hohen UV-Anteil aufweisen, nachtsüber gefangen, am nächsten Morgen bestimmt und wieder freigelassen.
Größeres Artenspektrum als gedacht
Neben den Lichtfallen auf dem grünen Dach des Müritzeums lieferte eine weitere Lichtfalle am Herrensee zusätzliche Vergleichsdaten für das Projektteam. Erste Ergebnisse wurden veröffentlicht und weitere ehrenamtliche Bürgerwissenschaftler stießen mit ihrem Engagement und ihrer Expertise zum Forschungsteam hinzu, nachdem sie von dem Projekt gehört und gelesen haben. Das Projekt wuchs sukzessive und so konnte ein größeres Artenspektrum der auf dem Gründach vorkommenden Tier- und Pflanzenarten festgestellt werden, als ursprünglich gedacht.
Das Pflanzenspektrum hat sich seit seiner Aussaat 2007 bis heute stark verändert und ist insektenfreundlich. So konnten die Untersuchungen gängige, aber auch in M-V geschützte und gefährdete Insektenarten belegen. Das Dach ist ein Ort der Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung. Die Arten auf dem Dach stehen im Austausch mit dem umgebenden Grundhabitat. Neben bekannten (eigentlich) bodenbrütenden Vogelarten, wie die Lachmöwe, wurden regelmäßig Nesträuber nachgewiesen. Auch Fledermäuse jagen auf dem Dach nach Insekten. Ihr Artenspektrum überraschte. Das grüne Dach ist also ein kleines Ökosystem in der Stadt und bedeutend in der Stadtökologie.
Anmeldung zum Kolloquium bis 18. Januar
Die wissenschaftlichen Ergebnisse sollen nun am 21. Januar bei einem Kolloquium vorgestellt werden. Mit sechs Kurzvorträgen und anschließender Diskussion, soll der Abend von 17.30 Uhr bis ca. 20 Uhr ein Einblick in das Projekt geben und einen Austausch zu den Ergebnissen sein.
Wer sich für die Artenvielfalt auf dem grünen Dach des Müritzeums interessiert, kann gern an dem Kolloquium teilnehmen. Eine Anmeldung erbittet das NaturErlebnisZentrum unter info@mueritzeum.de bis zum 18. Januar.
