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Festspiele, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Operette, Pressekonferenz, Schlossgarten, Zirkusprinzessin

TOG-Intendant Sven Müller ist voller Optimismus, was den kommenden Festivalsommer auf dem Neustrelitzer Schlossberg angeht. „Die Zirkusprinzessin“ ist trotz ihres durchschlagenden Erfolgs vor knapp 100 Jahren, uraufgeführt am 26. März 1926 im Theater an der Wien, ob des Aufwandes eine eher selten gespielte Operette, und ihr Komponist Emmerich Kálmán ist einer der ganz Großen seines Fachs. Schon jetzt hat der Vorverkauf das Niveau vor Corona erreicht, eine zur Zuversicht des Theatermanns beitragende Marke.
Auf einer Pressekonferenz heute im Rangfoyer des Landestheaters Neustrelitz stellt Sven Müller heraus, dass es die Festspiele mit ihrem Zauber im Schlossgarten der Residenzstadt seit 25 Jahren gibt, wenn auch seit dem Start 2001 nicht in ununterbrochener Reihenfolge. „Wir hoffen, dass diese Erfolgsserie mit vielen weiteren Inszenierungen noch lange fortgesetzt werden kann.“
Zwischen dem 18. Juli und dem 9. August wird „Die Zirkusprinzessin“ 13 Aufführungen erleben. Er freue sich auch darauf, so Müller, weil die Freiluftinszenierung des Stücks ganz besondere Möglichkeiten zulasse, die im Saal eben nicht gegeben sind. Im Mittelpunkt stehe die Liebe in ihrem Verhältnis zur Welt, zur Gesellschaft, zur Politik… Der Intendant nutzte die Gelegenheit, um allen Förderern der Festspiele für ihre Unterstützung zu danken.
In die Vorfreude stimmte auch der 1. Kapellmeister Kenichiro Kojima ein. Nach einem Ausflug in die Geschichte würdigte der Musiker vor allem Emmerich Kálmán. Dessen einzigartiger Stil begeistere das Publikum damals wie heute.
Heilmittel für die Seele
Inszeniert hat die Operette Jasmin Solfaghari. Sie sprach von einem „Heilmittel für die Seele, das wir in diesen Zeiten alle gut gebrauchen können. Geld, Oligarchie, Glamour, Verlassen seiner Gesellschaftsschicht, Träume, Sehnsüchte, Scheitern, auch Mobbing seien ja nicht von gestern, das Stück bietet alles, und seine Akteure gehen an das Äußerste.“ Die Regisseurin verriet, dass ihr die Inszenierung „richtig Spaß“ mache. Die Dialoge habe sie neu verfasst. „Wir werden groß auffahren, das werden sehr unterhaltsame Abende“, versprach Jasmin Solfaghari.
Für die Aufführungen der Operette in Neustrelitz wurde Lea Toran Jenner (ZirkusLea) gewonnen, Artistin und Weltmeisterin mit dem CYR Wheel. Der Tik-Tok-Star schaltete sich aus dem Pariser Moulin Rouge per Video zur Pressekonferenz zu. „Das ist für mich total aufregend, ich bin noch in eine Operettenaufführung einbezogen worden.“ Sie arbeite bereits an ihrer spektakulären Nummer. Natürlich hoffen die Neustrelitzer Macher, mit dem Special Guest stärker als bisher auch jüngere Leute auf den Schlossberg zu ziehen.
Zum Bühnen- und Kostümbild äußerte sich Walter Schütze. „Wir werden die glamourösen Bilder liefern, die das Publikum bei dem Stoff im Kopf hat“, stellte er in Aussicht. Das Orchester werde – ganz Zirkuswelt – diesmal ins Zentrum des Bühnenbildes rücken, spielend hinter dem gewohnt transparenten Vorhang, mal mehr, mal weniger präsent.
Gratwanderung hinbekommen
„Wir wollen die Gratwanderung zwischen Unterhaltung und Tiefgründigkeit hinbekommen“, fasste Jasmin Solfaghari zusammen. „Und es geht uns darum, die Menschen emotional mitzunehmen.“ Für die musikalische Umrahmung der Pressekonferenz sorgten die Sopranistin Laura Albert und Tenor Andrés Felipe Orozco mit Kostproben aus der Operette.
Der Festspielsommer bietet noch mehr: Die erfolgreiche Wandelvorstellung von Mozarts Kammeroper „Bastian und Bastienne“ im Schlossgarten wird wieder aufgenommen. Auf der Festspielbühne wird das musikalische Unterwassermärchen „Poseidon und die Plastiksee“ aufgeführt, es gibt die Udo Jürgens Cover-Show „SahneMixx“ die Deutsche Tanzkompanie zeigt in einer Gala Ausschnitte ihres Elementezyklus und es wird eine eine konzertante Aufführung von Puccinis Oper „Tosca“ geboten.
Die Zirkusprinzessin – Theater und Orchester Neubrandenburg Neustrelitz
Festspiele im Schlossgarten Neustrelitz Neustrelitz – Operette

