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Alte Kachelofenfabrik, Ausstellung, Fotografie, Heller, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz
Zur Ausstellungseröffnung von „ Äthiopien – Spanien“ mit Photographien von Axel Heller wird am kommenden Freitag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr, in die Fabrik.Galerie für Gegenwärtige Kunst der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz eingeladen.
In einer Welt, die von einer Flut aus Bildern überschwemmt wird – tagtäglich produziert, milliardenfach durch den digitalen Kosmos gejagt, reproduziert und kommentiert – wirken die Photographien von Axel Heller wie ein stiller Zufluchtsort. Sie laden dazu ein, die überreizte Außenwelt hinter sich zu lassen und sich, fast wie in meditativer Einkehr, ganz auf diese Bilder zu konzentrieren. Es ist die Art von Photographie, die man immer wieder betrachten möchte, um in ihrer Ruhe und Tiefe mehr über die Welt zu erfahren oder auch über die Dinge zu trauern, die leise und unwiederbringlich zu verschwinden drohen und aussterben.
Axel Heller zählt zweifellos zu den besten Photographen Mecklenburgs. Seine analoge Photographie, eingefangen mit einer klassischen Leica, zeichnet sich durch präzise Schwarz-Weiß-Bilder aus, die den Moment meisterhaft festhalten. Heller entwickelt seine Aufnahmen selbst in der Dunkelkammer und schafft so unverwechselbare Werke mit beeindruckendem Bildaufbau. Aus dem beschaulichen Zippelow reist er oft, entweder mit seiner Frau oder Freunden, in ferne Länder wie Indien, Guatemala, Kuba, Äthiopien und Rumänien, aber auch nach Spanien und Paris (Stipendium). Von diesen Reisen bringt er lange nachwirkende Eindrücke von Lebenswelten, Bräuchen und Begegnungen mit Menschen mit.
Die nun ausgestellten Arbeiten zeigen Szenen aus Spanien und Äthiopien. Besonders eindrucksvoll sind die Bilder der katholischen Feste in Spanien, etwa aus El Rocío. Dort pilgern jedes Jahr Tausende zu Pfingsten, um die Madonnenstatue „Nuestra Señora del Rocío“ zu ehren. Einige Pilger legen den Weg bis heute mit Pferden, Ochsenkarren oder zu Fuß zurück und sind dabei eine Woche unterwegs. Heller gelang es, während der drei Tage bis Pfingstmontag Bilder einzufangen, die an vergangene Zeiten erinnern. Sie erzählen eindrücklich, wie mit dem Verschwinden solcher Traditionen auch gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Sinn im Alltag verloren gehen könnten.
2019 bereist Axel Heller mit einer privaten Reisegruppe Äthiopien, hier sind die zwei Destinationen Danakil mit seiner impressiven Salzwüste und die Reise in das Omotal aus denen er einzigartige Photographien mitbringt. Im Omotal leben bis heute eine Vielzahl an ursprünglichen Stämmen, deren Ritus der Ritzungen und Bemalungen der Haut, sowie rituellen Schmuck den Photographen Axel Heller staunen lassen. Es sind Begegnungen mit den Menschen vor Ort, die die Schönheit dieser ursprünglichen Lebensart feiern, zeitgleich aber auch den tiefen Blick in die Augen der Menschen zulässt (Text: Marieken Matschenz). Die Bilder sind bis zum 24. November in der Galerie für Gegenwärtige Kunst zu sehen.
