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Johannes Arlt, Christel und Hans-Werner Lau sowie Helge Oehlschläger (von links) vor dem Verwaltungsgebäude der ehemaligen Landesirrenanstalt an der Domjüch.

Das atemberaubend schöne Domjüch-Gelände in Neustrelitz hat schon viele Investoren interessiert. Christel Lau, Vorsitzende des 2010 gegründeten „Vereins zum Erhalt der Domjüch – ehemalige Landesirrenanstalt“ und ihr Mann Hans-Werner, Gründungsmitglied und Eigentümer der Immobilie, können davon ein Lied singen. „Wir haben immer auf einen passenden Kandidaten gewartet“, so Christel Lau. Nun endlich scheint er gefunden zu sein.

„Da von unserer Seite Wert auf die Erhaltung der Erinnerungskultur gelegt wird, wir mit verschiedenen anderen Interessenten in der Vergangenheit da aber keinen Konsens fanden, ist dieser Investor interessant, der dazu eine positive Einstellung hat. Inzwischen hat er auch ein Grobkonzept vorgelegt“, informierte die Vereinschefin bei einem Ortstermin heute Morgen Strelitzius. Die Planung sehe eine Hotelanlage, „keine Bettenburg“, Schwimmhalle, weitere Wellnesseinrichtungen und Gastronomie vor. Und das unter partieller Nutzung der vorhandenen Gebäude. Inzwischen hat Christel Lau in einem Rundbrief den rund 100 Vereinsmitgliedern die gute Nachricht übermittelt. Der Verein werde aber auf jeden Fall weiter bestehen und wirken, war auf Nachfrage zu erfahren.

Bundestagsabgeordneter stellt Kontakt her

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt hat den Kontakt zwischen Investor und Verein hergestellt, der Neustrelitzer Fraktionschef der Sozialdemokraten Helge Oehlschläger die Stadtverwaltung informiert. „Unsere Fraktion steht voll hinter dem Vorhaben und ist im Rathaus auf offene Ohren gestoßen. Alle Beteiligten sind gespannt“, so Oehlschläger. „Für uns wie für den Verein ist es ganz wichtig, dass Schwimmhalle und Wellnesseinrichtungen auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Das ist ausdrücklich zugesagt worden. Auch Wünsche der Stadt sollen Berücksichtigung finden.“

Johannes Arlt hält sich verständlicherweise zur Person bzw. Adresse des potentiellen Investors noch bedeckt. Er sei im medizinischen Bereich angesiedelt, habe bereits mehrere Großprojekte in der Seenplatte gestemmt. Rund 100 Arbeitsplätze könnten durch die hochwertige Hotelanlage entstehen, die auch längeres Verweilen von Gästen ermöglichen soll, die einfach eine Auszeit vom Großstadtstress brauchen. „Wir hatten bereits eine Unterredung mit Vertretern der Investmentabteilung des Interessenten und haben vollstes Vertrauen“, so Arlt. „Das passt wie die Faust aufs Auge.“ Zum im Raum stehenden geschätzten Investitionsvolumen wollte sich der Abgeordnete nicht äußern.

Dank an engagierten Verein

Der Politiker nutzte die Gelegenheit, dem Verein für sein jahrzehntelanges Engagement zu danken. „Er hat diesen ganz besonderen Ort liebevoll gepflegt.“ Das vorgelegte Konzept des Bewerbers komme dem per Satzung festgeschriebenen Vereinszweck entgegen, Öffentlichkeit auf das geschichtsträchtige Domjüch-Areal zu bringen. „Neustrelitz muss sich weiterentwickeln, und der Tourismus ist Stärke und Chance der Stadt“, betonte der Bundestagsabgeordnete, der auch noch mit einem zweiten Interessenten im Gespräch ist. Das sei allerdings noch nicht so weit gediehen wie im ersten Fall.

Johannes Arlt hofft, dass in zwölf bis 18 Monaten die Verhandlungen zu einem Abschluss gebracht worden, alle behördlichen Anfragen erledigt und vernünftige Kompromisse gefunden sind. Unter anderem gelte es, den in die Jahre gekommenen B-Plan für das Gelände zu überarbeiten und den aktuellen gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Es gebe also „noch einiges“ zu tun.