Schlagwörter
Erklärung, Grund, Haase, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Residenzschlossverein, Schlossturm
Der Residenzschlossverein Neustrelitz hat noch am gestrigen Abend auf den Widerspruch von Bürgermeister Andreas Grund zum Grundsatzbeschluss der Stadtvertreter in Sachen Schlossturm (Strelitzius berichtete) reagiert. „Endlich wissen wir es mit Sicherheit: Unser Bürgermeister stellt den Wiederaufbau des Schlossturms in Frage“, heißt es in einer vom Vereinsvorsitzenden Jürgen Haase unterzeichneten Erklärung. „Zwar machen die von Andreas Grund genannten wirtschaftlichen Gründe deutlich, dass ein Weiterverfolgen des bereits bestehenden Grundsatzbeschlusses zum Turmbau nur mit erheblichem Kraftaufwand oder auch in Etappen über einen längeren Zeitraum zu bewältigen wäre. Andere genannte Gründe sind allerdings nicht nachvollziehbar und es scheint, als wolle er sich die Verantwortung dafür, dass es keinen Planungsfortschritt gibt, mit anderen teilen – das ist unredlich! Wenn jemand ein Entwicklungsvorhaben nicht mit Herzblut verfolgt, sollte er dafür auch geradestehen.“
Der Residenzschlossverein jedenfalls habe, wie sich jetzt herausstelle, den Worten des Bürgermeisters, das zu tun, wozu ihn die Stadtvertretung beauftragt, zu lange Glauben geschenkt. Seine übernommenen Aufgaben habe der Verein jedenfalls erfüllt, so Haase weiter. Vereinbart sei gewesen:
1. Der Verein formuliert ein Grobkonzept für die Turmausstellung zum Zwecke der Verwendung für die Beantragung der Bundesmittel zur Förderung des Turmbaus. Dies wurde per E-Post am 13.09.2023 zur Verfügung gestellt.
2. Der Verein nutzt die Möglichkeiten, die sich aus seiner Mitgliedschaft der AG Orte der Demokratiegeschichte ergeben, sich um die Förderung des Ausstellungs-Feinkonzepts und der Realisierung der Ausstellung zu bemühen.
3. Als Voraussetzung solcher Förderanträge erachtet der Verein allerdings den verbindlichen Beschluss der Stadtvertretung zum tatsächlichen Bau des Schlossturms.
4. Der Verein sieht sich in der Pflicht, durch seine Mitglieder und andere interessierte Neustrelitzer den Turm nach seiner Fertigstellung insbesondere im Hinblick auf die notwendige personelle Aufsicht zu betreiben, wenn die Stadt das Objekt in technischer Hinsicht finanziell absichert.
5. Für ein solches Betreiberkonzept wird die Stadt dem Verein einen Vorschlag für eine diesbezügliche Vereinbarung unterbreiten.
„Jeder kann sicher logisch nachvollziehen, dass es bisher keine Voraussetzungen gibt, ab dem Punkt 2 weiterzuarbeiten“, so der Vereinsvorsitzende abschließend. „Niemand wird unserem Verein Fördermittel für die weitere Detailkonzipierung der Ausstellung im ‚Leuchtturm der Demokratie‘ zur Verfügung stellen, wenn der Bürgermeister als Repräsentant der Stadt als Bauherr öffentlich bekundet, dass er selbst nicht an die Realisierung des Vorhabens glaubt.
