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Mein Gott, ist das hier schön! So manchem Gast sind bereits unmittelbar nach dem Betreten der „schmiede1860“ in Groß Dratow Worte der Bewunderung über die Lippen gekommen. Spätestens nach dem Besuch von Café und Restaurant dürfte sich aber jeder Besucher sicher sein, an einem der Eingangstore zum Müritz-Nationalpark eine Perle der Gastronomie entdeckt zu haben. Auch das Fernsehen hat hier schon vorbeigeschaut.

Tina und Axel Vinke ernten jede Menge Anerkennung für ihr im April 2020 eröffnetes ganz außergewöhnliches Haus. Und wer die ländliche Abgeschiedenheit und Ruhe suchend in einem der neun Zimmer logiert, keines wie das andere, aber jedes mit erlesenem Geschmack eingerichtet, hat endgültig das erlebt, was sich die Gastgeber auf die Fahne geschrieben haben: Verweilen-Sein-Genießen. Bed and breakfast, so von ihnen ausgewiesen, aber eigentlich tiefgestapelt.

Entscheidung über Jahre gereift

Die beiden Betriebswirte von Haus aus haben mit ihrem neuen Leben in Groß Dratow faktisch die Windrose abgerundet. Im Norden angekommen, zuletzt im Süden Deutschlands lebend, stammt die 46-Jährige aus dem Osten und der 50-Jährige aus dem Westen. Die Entscheidung noch einmal durchzustarten ist über Jahre gereift. Hausbooturlaub in der Seenplatte hat die Suche nach einem neuen Domizil fokussiert, die alte Schmiede in Groß Dratow war dann unter mehreren Optionen Liebe auf den ersten Blick.

Baulich von den Vorgängern in einem guten Zustand hinterlassen, standen im Vordergrund Renovieren und Einrichten. Außerdem wurden in rekordverdächtiger Zeit in den ehemaligen Saal weitere Zimmer gebaut. Was die Neuankömmlinge besonders freute war, dass es so manche Unterstützung aus dem Dorf gab und gibt, darunter von der Feuerwehr. „Wir können uns nicht vorstellen, in unser altes Leben zurückzukehren“, sagt Tina Vinke. „Es gibt nichts zu bereuen, auch wenn wir immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen.“

Kochen und backen mit Hingabe

Beeindruckend ist auch, dass das Paar ohne große gastronomische Erfahrung Neuland betreten hat. Er kocht mit Hingabe und Erfolg, sie steht ihm als Bäckerin und Konditorin in nichts nach. Fünf Mitarbeiter sind mit Chef und Chefin ganz schnell zu einem tollen Team zusammengewachsen, so die Vinkes. Im Cafébetrieb gibt es frische Backware und kleine Snacks. Abends wird in der Schmiede auf Bestellung ein 3-Gänge-Menü aufgefahren. Der Gast hat die Wahl zwischen Fleisch- oder Fischspeisen und vegetarischen Gerichten, kreativ adaptiert aus den Küchen der Welt. Vor allem exotische Gewürze haben es dem Hausherren angetan.

Zuletzt kam eine indische Tafel sehr gut an. Auch der Flammkuchenabend und das Barbecue dürfte in guter Erinnerung geblieben sein. Die langen Tische in der Schmiede, drinnen wie draußen, sind wie geschaffen, Menschen beim gemeinsamen kulinarischen Genuss und bei gut ausgewählten und trotzdem vielfältigen Getränken zusammenzubringen. Hier werde keine Speisekarten-Gastronomie betrieben, und Essen sei schließlich mehr als Nahrungsaufnahme, betonen Tina und Axel Vinke.

Zum Gesamtkonzept in der „schmiede1860“, dem Baujahr des Gebäudes und kein Hinweis auf einen bayrischen Fußballverein, gehören auch Angebote wie beispielsweise Clubkonzerte. Sie finden im Hof statt, oder es werden im Lokal eben einfach ein paar Möbel für die Musiker beiseite geräumt. Bob Beeman gastiert am 21. Oktober, Celtic Herbert am 11. November. Ein Dreiklang aus Ambiente, Kulinarik und Kultur, das ist das Rezept, auf das die Wirtsleute setzen. Noch bis kurz vor Weihnachten ist freitags bis sonntags geöffnet, dann wieder ab Ostern.

www.schmiede1860.de