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Eine bunte Vereinslandschaft wie die in Neubrandenburg lebt vor allem von den vielen ehrenamtlich Engagierten. Daher ehrt die Vier-Tore-Stadt in jedem Jahr anlässlich ihres Gründungstages am 4. Januar bei einem Bürgerempfang Menschen, die sich in hervorragender und uneigennütziger Art und Weise im Ehrenamt für die Gesellschaft einsetzen.

Der diesjährige Bürgerempfang am 4. Januar 2022 konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Daher wurde die Auszeichnung nunmehr am vergangenen Samstag im Rahmen des „Tages der Vereine“ im Kulturpark nachgeholt, um diejenigen Personen zu ehren, die von Vereinen und Initiativen für diese Auszeichnung vorgeschlagen und in der Sitzung der Stadtvertretung am 14. Oktober 2021 bestätigt wurden.

Karin Fuhrmann wurde vom Vorstand des „Gesellschaft der Liebhaber des Theaters e. V.“ (GLT) vorgeschlagen und engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für die Gesellschaft der Liebhaber des Theaters. Sie hat den Verein mit viel Eigeninitiative mit aufgebaut. Bis 2016 war sie hauptberufliche Projektleiterin in der GLT und ergänzte ihre Teilzeitstelle mit unzähligen Ehrenamtsstunden. Ob Straßentheateraktionen, Puppenbühne, Märchentheater, Öffentlichkeitsarbeit, Vereins-IT, -Buchhaltung oder -Vorstand – nach wie vor ist Karin Fuhrmann gemeinsam mit ihrem Ehemann Bernd für die GLT ehrenamtlich in Aktion. Beide haben ihre Schaffenskraft dem Erhalt und Erfolg des Amateurtheaters in Neubrandenburg gewidmet. Ein besonderes Anliegen war dabei immer, durch das Theater Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen, um Gemeinschaft und Sinn zu stiften. Ob Proben vom Krankenbett aus oder in Begleitung von langen und nächtlichen Fahrten zu Auftritten und Festivals – für die GLT wurden die persönlichen Belange oft zurückgestellt. Von 1987 bis 2019 wurde das Jugendkabarett „Tollense-Stichlinge“ von Karin Fuhrmann durchgehend geleitet und noch heute ehrenamtlich bei der Textarbeit, beim Inszenieren und bei Auftritten begleitet.

Jörg Heemann wurde vom Vorstand des Neubrandenburger Museumsvereins e. V. vorgeschlagen. In der Begründung hebt der Verein hervor, dass Jörg Heemann neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit im sozialen Bereich seit einigen Jahren ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger in Mecklenburg-Vorpommern mit Schwerpunkt Raum Neubrandenburg ist. Er wendet dafür mehrere Stunden pro Woche auf. Seine ehrenamtliche Tätigkeit steht unter dem hohen ethischen Ansatz, die archäologischen Spuren der lokalen Geschichte unserer Vorfahren für kommende Generationen zu sichern. Um sich entsprechendes Rüstzeug anzueignen, besuchte Jörg Heemann dafür, neben seinen autodidaktischen Studien der archäologischen Fachliteratur, zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen der archäologischen Gesellschaft M-V und nimmt an Einsätzen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege (z.B. Notbergungen) teil. Damit ist er begehrter Ansprechpartner einer wachsenden Gruppe von „Detektorgängern“, die durch sein Vorbild den Weg zur legalen Erforschung und damit zum Erhalt der heimischen Bodendenkmale finden. Jörg Heemann ist einer der aktivsten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Ur- und Frühgeschichte beim Museumsverein Neubrandenburg. Zuletzt war er maßgeblich an der Planung und Durchführung der archäologischen Exkursion nach Sachsen-Anhalt im Oktober 2020 beteiligt. Seit 2017 ist er im Vorstand des Museumsvereins Neubrandenburg tätig. Er engagiert sich darüber hinaus bei der Vorbereitung von Ausstellungen und Veranstaltungen des Regionalmuseums. So wirkte er enthusiastisch an der Ausstellung „Auf Spurensuche abgestaubt“ anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Wiedergründung des Neubrandenburger Museumsvereins mit.

Joel Ilchmann und Sebastian Zaddach wurden vom Vorstand des polylux e. V. vorgeschlagen. Durch das ehrenamtliche Engagement von Sebastian Zaddach wurde im Jahr 2014 der Datzeberger Stadtteilchor „schall.platte“ unter dem Dach des polylux e. V. gegründet. Die „schall.platte“ ist ein generationenübergreifendes Musikangebot, zu dem jeder ab 16 Jahren herzlich eingeladen ist. In einem Probenzeitraum von rund vier Monaten werden wöchentlich zumeist bekannte Lieder aus dem Radio gemeinsam einstudiert. Es folgt eine Generalprobe und ein abschließendes Konzert, bei dem die Teilnehmenden die Möglichkeit bekommen, ihr Gelerntes zu präsentieren. Nach einer Abschlussfeier, bei der die Erfolge gebührend gefeiert werden und einer kreativen Pause, beginnen die wöchentlichen Proben für das nächste Konzert aufs Neue. Von Beginn an leitet Sebastian Zaddach gemeinsam mit Joel Ilchmann diesen Chor unentgeltlich mit viel Herzblut und Hingabe. Mit den Jahren wuchs das Chorprojekt immer weiter und hatte zuletzt knapp 25 Teilnehmende. Durch die freiwillige Arbeit der beiden zu ehrenden Chorleiter konnten 108 Probetreffen gegeben, acht Konzerte aufgeführt, eine Hamburg-Tournee mit Open Air-Auftritten bestritten, zwei Musikvideos gedreht und ein Dokumentarfilm veröffentlicht werden. Der Chor „schall.platte“ arbeitet sehr öffentlichkeitswirksam und ist weit über Neubrandenburgs Grenzen hinaus bekannt. Mit ihrem Engagement fördern Sebastian Zaddach und Joel Ilchmann auch die Teilnehmenden des Chors, indem sie ihnen „ihre Stimmen zurückgeben“ und sie dabei unterstützen, ihre Potentiale weiterzuentwickeln. Sie fördern zudem eine gute Nachbarschaft im Stadtteil, indem sie mit ihrer Chorarbeit das Gemeinschaftsgefühl stärken. Nicht zuletzt leisten sie damit unbezahlbare Lobbyarbeit für den Datzeberg.

Markus Bitto (konnte leider nicht teilnehmen) wurde vom Vorstand des Dreikönigsvereins Neubrandenburg e. V. vorgeschlagen. Der Verein begründet den Vorschlag im Rahmen des 30. Jubiläums des Dreikönigsverein Neubrandenburg e. V. damit, dass Markus Bitto sich stets für die Ziele des Vereins, soziale und christliche Initiativen zu unterstützen und dies über konfessionelle Grenzen hinweg, unabhängig von politischen Parteien und im Geist von Demokratie und Toleranz, unermüdlich einsetzt und dies immer im Zeichen der Ökumene, christlich-humanistischer Kunst, Kultur und Bildung fordert sowie für eine umfassende Völkerverständigung eintritt. Er hat das Profil des Dreikönigsvereins als Mitglied und Geschäftsführer seit 2006 wesentlich geprägt und zeichnet für eine Vielzahl von Aufgabenfeldern verantwortlich. So betreut er die Mitglieder des Dreikönigsvereins Neubrandenburg und trägt die Verantwortung für die Feier des Dreikönigstages am 6. Januar eines jeden Jahres. Außerdem ist er für den Philosophischen Gesprächskreis des Dreikönigsvereins in Zusammenarbeit mit dem Thomas-Morus-Bildungswerk verantwortlich und leitet selbigen. Zudem ist Markus Bitto für die Koordinierung der sozialen Aktivitäten des Dreikönigsvereins, besonders der Hospizarbeit mitverantwortlich. Um auf die Hospizarbeit des Vereins aufmerksam zu machen und Spenden für das Hospiz zu sammeln, koordiniert er die Hildegardis-Brotaktion sowie das Christopherus-Sommerfest. Zudem gestaltet er durch sein Orgelspiel die monatlichen Andachten in der Kapelle des Dreikönigshospizes. Darüber hinaus organisiert er die Jugendreisen des Vereins nach Israel und koordiniert die Zusammenarbeit mit der evangelischen Schule St. Marien Neubrandenburg sowie die jährliche Verleihung des Dreikönigspreises als auch die Zusammenarbeit mit der Dreikönigsstiftung für die Verleihung des Siemerling-Sozialpreises des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Nicht zuletzt engagiert er sich im Lions Club Neubrandenburg und ist dort seit sechs Jahren Schatzmeister. Alle diese Aufgaben erfüllt Markus Bitto neben seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt und seiner Verantwortung als zweifacher Familienvater mit Bescheidenheit, Fleiß und Akribie.

Gemeinsam überreichten der Stellvertreter des Stadtpräsidenten Prof. Dr. Roman F. Oppermann und Oberbürgermeister Silvio Witt sowie Kirsten Cummerow von der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin den Ehrenamtlichen am Tag der Vereine die Blumen und Ehrenurkunden.