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Im Februar waren in der Seenplatte 44 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar. Insgesamt 11.279 Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind es 1,537 Arbeitslose weniger.

Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwei Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen sowohl zum Vormonat als auch zum Februar 2021 gesunken. Arbeitsagenturchef Besse sagte anlässlich der monatlichen Pressekonferenz: „Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist absolut untypisch für einen Februar. Gegenüber dem Vormonat Januar haben wir 33 Prozent – insgesamt 646 – mehr Menschen in Arbeit bringen können.“

Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Im Februar herrscht auf dem Seenplatte-Arbeitsmarkt in der Regel Winterpause. Und es scheint auf den ersten Blick – mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen von 44 zum Januar auch so – als dass der Arbeitsmarkt stagniert. „Tatsächlich ist aber schon richtig Musik drin“, weiß der Arbeitsagenturchef.

Im Vergleich zum Vormonat registriert die Arbeitsagentur zur Monatsmitte 732 Männer und Frauen die ihren Arbeitsplatz verloren haben – 714 weniger als im Januar. Gleichzeitig steigen die Abmeldungen in Arbeit um über 30 Prozent – auf insgesamt 646. Das ist – für den Agenturchef – „ein untrügliches Zeichen für die einsetzende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir beobachten – so Besse weiter – dass insbesondere Arbeitgeber in witterungsabhängigen Branchen begonnen haben, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen. Das ist auch mit einer deutlichen Zunahme der Stellenmeldungen, aus diesem Bereich, vergesellschaftet.“ Zwar liegt die Zahl der Entlassungen noch über den Arbeitsabmeldungen, „das wird sich aber schon in den beiden kommenden Monaten ändern“, prognostiziert der Arbeitsagenturchef.

Fluch und Segen zugleich

Die Zahl der offenen Stellen steigt weiter – auf jetzt 3.116. Damit befindet sich die Zahl der gemeldeten freien Stellen schon jetzt auf Rekordniveau. Das ist für den Agenturchef Fluch und Segen zugleich. „So sehr wir uns über die vielen offenen Stellen freuen, führt das in einzelnen Branchen zu großen Besetzungsproblemen.“

Wenig erfreut zeigt sich Besse über die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. „Die Corona-Pandemie hat besonders langzeitarbeitslose Menschen hart getroffen, weiß Besse. ihre Zahl ist im Vor-Corona-Vergleich (Februar 2020) um 13 Prozent gestiegen. Besse betont: „Maßnahmen und Initiativen gegen Langzeitarbeitslosigkeit sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese kann nicht von der Arbeitsagentur alleine gelöst werden, sondern erfordert gemeinsame Anstrengungen aller Partner am Arbeitsmarkt.“ Insgesamt sind jetzt 43,7 Prozent aller Arbeitslosen in der Seenplatte ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet. Vor Corona – im Februar 2020 – waren es 36,5 Prozent.

Kurzarbeit eine Chance für die Unternehmen

Besse sagt weiter: „Kurzarbeit wird aktuell wieder stärker in Anspruch genommen, doch nicht so umfangreich, wie zum Beispiel vor einem Jahr. Konkrete Zahlen dazu liegen aber erst vor, wenn die Unternehmen rückwirkend die tatsächlich im Februar realisierte Kurzarbeit gemeldet haben. Für die Unternehmen, deren Mitarbeitende in Kurzarbeit sind, besteht auch die Chance, den Arbeitsausfall gewinnbringend zur Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zu nutzen. Damit können sie im Unternehmen neues Wissen aufbauen, von dem sie nach dem konjunkturellen Tief schnell profitieren können.“

Die Arbeitsagentur fördert diese Weiterbildungen unter bestimmten Voraussetzungen. „Außerdem übernehmen die Arbeitsagenturen bei einer Qualifizierung 100 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge für die Zeit der verkürzten Arbeit – statt nur 50 Prozent, wenn keine Weiterbildung stattfindet. Die Qualifizierung während der Kurzarbeit ist eine Win-Win-Situation für alle Seiten. Informationen, Beratung und Unterstützung finden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei unserem Arbeitgeberservice. Sie helfen, die richtige Förderung und Weiterbildung zu finden und in die Tat umzusetzen“, unterstreicht Besse

Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher. Im Februar wurde für 1.486 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im September des vergangenen Jahres 858 Mitarbeitende aus 201 Unternehmen in Kurzarbeit.