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Das Neustrelitzer Studienzentrum befindet sich in der Tiergartenstraße 3 in der 1. Etage. Foto: NAKO

In Neustrelitz hat im Mai 2014 alles angefangen, und in der Residenzstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte startet auch die zweite Runde von Deutschlands größter Gesundheitsstudie NAKO in Mecklenburg-Vorpommern. „Anfang Oktober erhalten alle 3172 Neustrelitzer Teilnehmer der Erstuntersuchung in der Gesundheitsstudie NAKO einen grünen Brief“, kündigte Studienleiter Professor Dr. Henry Völzke von der Universitätsmedizin Greifswald an. Der grüne Brief beinhaltet die Einladung zur Folgeuntersuchung sowie unterstützende Begleitschreiben von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Birgit Hesse und vom Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund.

Insgesamt haben in den vergangenen vier Jahren 20 900 Menschen in der Region Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte an der Studie teilgenommen, 6000 davon zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) erhalten. „Die rege Teilnahme ist sehr wichtig für die Aussagekraft der Forschungsergebnisse. Der persönliche Einsatz jedes einzelnen Teilnehmers ist für den langfristigen Erfolg der Gesundheitsstudie ausschlaggebend. Wir sind sehr stolz und dankbar, dass die Bevölkerung die NAKO-Studie so stark unterstützt“, hob Prof. Dr. Henry Völzke hervor. Bislang wurden seit 2014 in bundesweit 18 Studienzentren 180 000 Bürger zwischen 20 und 69 Jahren untersucht; geplant sind bis Ende April 2019 insgesamt 200 000 Teilnehmer.

Folgeuntersuchungen sollen Veränderungen aufzeigen

In der Mecklenburgischen Seenplatte haben die NAKO-Untersuchungsteams ein Hauptzentrum in Neubrandenburg sowie zeitweise nacheinander Standorte in Neustrelitz, Waren und Demmin. „Mit diesem Angebot vor Ort möchten wir die Wege verkürzen und so die Teilnahme an der NAKO erleichtern“, betonte Projektleiterin Dr. Sabine Schipf. Das Studienzentrum in Neustrelitz befindet sich in der Tiergartenstraße 3 (ehemaliges Gebäude der Agentur für Arbeit) in der 1. Etage. Es wird bis Dezember 2019 für die Teilnehmer zur Verfügung stehen.

„Die Teilnehmer erwartet auch in der zweiten Runde ein umfangreiches Programm an medizinischen Untersuchungen. Wir hoffen daher, dass viele Chefs und Unternehmer im Rahmen der Initiative ‚Arbeitgeber unterstützen die NAKO‘ die Teilnahme mit einer Freistellung aktiv unterstützen“, so Schipf. „Entsprechende Teilnahme-Bescheinigungen für den Betrieb werden bei uns ausgestellt.“

Die derzeit laufende Auswertung der umfangreichen Studiendaten aus der ersten Untersuchungswelle von 2014 bis 2018 wird bereits einige Zwischenergebnisse zur Häufigkeit und Entstehung von Zivilisationserkrankungen erbringen. Jedoch nur durch eine langfristige Beobachtung des Gesundheitszustandes aller Teilnehmenden und die Erfassung möglicher gesundheitlicher Veränderungen kann die Entstehung von beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Zuckerkrankheit oder Krebserkrankungen besser verstanden werden.

Ziel: Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung

Die NAKO in der Region Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte wird vom Institut für Community Medicine, Abteilung SHIP-Klinisch-Epidemiologische Forschung, der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der typischen Volkskrankheiten, wie Krebs, Demenz, Diabetes und andere zu verbessern. Um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung dieser Krankheiten und des Lebensstils der Betroffenen besser zu verstehen, werden neben medizinischen Untersuchungen auch umfangreiche Befragungen zu den Lebensgewohnheiten durchgeführt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

Weitere Informationen unter www.nako.de