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Ich finde es echt gut, wenn mal mit einem Vorurteil aufgeräumt werden kann. So ist ja unter uns Autofahrern die Ansicht verbreitet, dass nur bei schönem Wetter an den Straßenrändern geblitzt wird. Meine Holde pflegt mich bei blauem Himmel und Sonnenschein sogar mit dem Satz „Fahre vorsichtig, es ist Blitzwetter“ zu verabschieden. Dabei ist es üble Nachrede, was da den wackeren Tempo-Kontrolleuren in Zivil und Uniform unterstellt wird.

Seit heute Morgen bin ich schlauer. Da ist mir nämlich auf dem Weg zur Arbeit ein Licht aufgegangen auf der B 198 bei Klein Trebbow, um nicht zu sagen ein Blitz. Und das bei Platzregen und Gewitter. Schön auch, dass die künstliche Lichterscheinung dank ihrer Einfärbung deutlich von den himmlischen Signalen zu unterscheiden war. Mehr Service kann man nicht verlangen, es wäre mir sonst glatt untergegangen.

Ich möchte mich also in aller Form bei denen entschuldigen, die da am Wegesrand trotz aller Witterungsunbilden gelagert und auf mich gewartet haben. Das hätte ich euch echt nicht zugetraut. Alle Achtung! Hat ja was Geniales und wird bestimmt mit hoher Erfolgsquote belohnt. Ich habe dazu beigetragen, eine Irrlehre zu verbreiten, und krieche jetzt zu Kreuze.

Fast dürfte das zu erwartende Bußgeld zu niedrig ausfallen angesichts der Aufopferung, die hier an den Tag gelegt worden ist. Da wäre glatt eine Schlechtwetterzulage angebracht. Aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Immerhin hat es ja noch geklappt mit unserer Begegnung und dem daraus mir erwachsenen Erkenntniszuwachs. Denn bei trockenem Wetter, wie schon seit Wochen, nehme ich den Motorroller. Bleibt anzumerken, dass zumindest eine Regel unumstößlich ist: Erwischt werden immer die Falschen!