Schlagwörter

, , , ,

Zum Herrentag in Wesenberg sind Georg Hunkel (links) und Lutz Friedel wieder zur Hochform aufgelaufen.

Die Tatsache, dass an der B 198 am heutigen Sonntag  immer noch für Herrentagspartys in meiner Heimatstadt Wesenberg geworben wird, erinnert mich daran, dass da etwas vom Himmelfahrtstag offen ist. Die Einlösung eines Versprechens, welche mir leicht fällt. Wirt Uwe-Jens Bahrke vom Biergarten am Hafen hatte mich gebeten, doch mal für die Zwei-Mann-Band „Collec Tiv“ von Lutz Friedel und Georg Hunkel (Rodenskrug/Neustrelitz) zu werben. Als wenn ich das nicht schon hier getan hätte, aber mehrfach hält besser.

„Die Jungs sind einfach nur Klasse, die muss man doch einfach erleben und engagieren“, hatte mir der Wesenberger Gastronom über den Tresen zugerufen, und seine bessere Hälfte Karin Krause sah es genauso. Womit eine Eule nach Athen getragen wurde, denn zu meinen Vatertagsritualen gehört es, auf meiner Radrunde im Biergarten Station zu machen und seit nunmehr wohl sechs Jahren dem „Collec Tiv“ in seiner unnachahmlichen Mischung aus Wortakrobatik, Wortwitz und musikalischer Großzügigkeit quer durch alle Richtungen auch stundenlang zuzuhören.

„Verdammt lang her“ wird bei Friedel und Hunkel zu „Deutsch ist nicht schwer“, und genau das leben sie auf der Bühne nonstop („Pausen sind Quatsch“) aus. Es soll ja Veranstalter geben, wie ich im Gespräch mit Lutz Friedel erfahren habe, die die  beiden Künstler bitten, sich politischer Kommentare auf der Bühne zu enthalten. Solche Engagements kommen nicht zustande, wie mir Gitarrist und Schlagzeuger Friedel verriet. Ich kenne ihn jetzt ein rundes Vierteljahrhundert, und den Mund hat er sich noch nie verbieten lassen, auch zu DDR-Zeiten nicht. Das schätze ich an ihm, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren.

Wer Friedel und Kontrabassist Hunkel in die künstlerische Parade fahren will, der hat sie nicht verdient. Ich gönne mir das Paar gern auch zwei Mal pro Jahr, wenn sich irgendwo die Gelegenheit ergibt, wie 2017 an der Glasmanufaktur in Dalmsdorf. Und stehe mit meiner Wertschätzung beileibe nicht allein. Es gab auch am Herrentag 2018 in Wesenberg im Blütenregen der alten Kastanien am Hafen wieder jede Menge Anerkennung für das Duo, das sich vor rund zehn Jahren gesucht und gefunden hat. Meine Empfehlung: Unbedingt buchen!