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Erst mal pappensatt: Robert Gerhardt (links) und Tomasz Grzegorczyk.

Das Schicksal der TSG Neustrelitz ist endgültig besiegelt. Wer noch glaubte auf ein Wunder hoffen zu dürfen, wurde spätestens heute auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nach einem desaströsen 0:7 (0:3) bei Lok Leipzig steht der Abstieg der Residenzstadtkicker nach sechs Jahren vierte Liga fest. Die Sachsen müssen sich heute Abend im traditionsreichen Bruno-Plache-Stadion vorgekommen sein wie an der Schießbude. Ganze vier Zähler hat das Neustrelitzer Team um Kapitän Filip Luksik bislang auswärts gemacht, schlimmer kann eine Bilanz kaum aussehen. Ein ganz tiefer Fall für den Regionalligameister von 2014!

Mein Blogpartner, TSG-Cotrainer Robert Gerhardt, hat seine Zurückhaltung ausnahmsweise aufgegeben und deutliche Worte gefunden. „Das war heute Abend keine Mannschaft, sondern ein Hühnerhaufen. Der Auftritt ist einfach nur als charakterlos zu bezeichnen. Von befreitem Aufspielen war nichts zu sehen. Der Großteil der Spieler sollte sich wirklich fragen, ob er heute etwas für das Team geleistet hat. Für einen neuen Vertrag hat sich jedenfalls kaum einer empfohlen. Tomasz Grzegorczyk und ich fühlen uns in unseren Bemühungen mit Füßen getreten. Da reißt man sich Tag für Tag den Arsch auf und muss so etwas erleben.“ Ausdrücklich entschuldigte sich Robert Gerhardt auch bei mir als treuem Begleiter der TSG für den Auftritt der Mannschaft. Er könne nur hoffen, dass sich die Elf beim letzten Heimspiel mit einer ordentlichen Leistung aus der Regionalliga verabschiedet.

An Trainer Tomasz Grzegorczyk, dem nichts anzukreiden ist, wird es nun sein, aus der Oberliga heraus die TSG mit einer weitgehend neuen Mannschaft zurück in die Regionalliga zu führen oder zumindest die Grundlagen dafür zu legen. Und vielleicht füllen sich dabei auch die Ränge im Parkstadion wieder. Die beiden noch ausstehenden Partien am Sonntag um 13.30 Uhr zu Hause gegen den FC Oberlausitz und am Samstag darauf auswärts gegen die Leipziger Chemiker haben aus Neustrelitzer Sicht nur noch statistischen Wert.