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Foto: Steve Bey

Flankierend zum jüngsten Beschluss der Neustrelitzer Stadtvertreter, eine alternative Bebauung des Schlossbergs jenseits des Schlossturm-Konzeptes zu prüfen (Strelitzius berichtete), hat man im Rathaus ein eigentlich vor etlichen Jahren zu den Akten gelegtes Konzept wieder aus der Schublade geholt. Es soll die Basis für Umwidmungsgespräche zu bereits zugesagten Fördermitteln sein. Außerdem war bislang die Frage offen geblieben, wie eigentlich die der Beschlussfassung vorgeschaltete Bürgerbefragung zum Schlossturm ausgegangen ist. Nun hat das Rathaus in einer Mitteilung nachgeschoben.

Zunächst bedankt sich die Residenzstadt Neustrelitz  für insgesamt 134 eingegangene E-Mails, wobei mehrfach eingereichte oder eingetroffene herausgerechnet worden sind. „Allerdings ist auch nicht immer erkennbar, ob eine Personengruppe oder eine Einzelperson diese Positionierung verfasst hat. Es ist also durchaus möglich, dass eine Gruppe sich geäußert hat oder jemand für eine Gruppe etwas eingereicht hat. Diese Einreichungen haben sich zunächst klar in zwei Gruppen einteilen lassen: die der Befürworter des gesamten vorgestellten Projektes (40) oder eben in die der  Kritiker, die es ablehnen oder etwas anders möchten (68). Dies zu erwähnen ist insofern wichtig, als es auch eine eher kleine dritte Gruppe gibt (6), die sich neutral oder für eine geänderte Variante aussprechen oder doch für den Turmbau sprechen, falls es Fördermittel nur für die vorgestellte Version gäbe“, heißt es in der Information aus dem Büro des Bürgermeisters.

Kein klares Ja oder Nein bislang

Insofern gebe es also auch Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern, ernsthaft über alternative Lösungen nachzudenken und auch Vorschläge, in welche Richtung es gehen könnte, seien gemacht worden. So seinen vor allem kostengünstigere Varianten vorgeschlagen worden. Dreh- und Angelpunkt: Können die bereits für den Turm zugesagten Fördermittel ganz oder teilweise verwendet werden, bestehen weitere Fördermöglichkeiten?

„In einem Gespräch mit dem Präsidium und den Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung Neustrelitz hat die Verwaltungsspitze im Juli angefragt, ob bei potentiellen Fördergebern, denen jetzt auch der aktuelle Planungsstand mitgeteilt werden muss, Projektalternativen angesprochen werden können. Da sich hierfür eine Mehrheit ausgesprochen hat, sind diese Gespräche im September mit dem Bund und im Oktober auch mit dem Land geführt worden. Ein klares Ja oder Nein hat es – wie zu erwarten war – allerdings nicht gegeben. Allerdings ist uns eröffnet worden, dass dann zunächst eine Ideen- oder Projektskizze einzureichen möglich ist, auf deren Grundlage dann weiter entschieden werden würde“, wird verlautet.

Vorgehen in Baustufen: Zunächst räumliche Fassung

Der alternativen Projektidee liegt ein Konzept des Neustrelitzer Architekten Christian Peters zugrunde, der sich in den letzten zwanzig Jahren immer wieder mit einer Nutzung und Gestaltung des Schlossbergs beschäftigt hat. Das Konzept, das jetzt jetzt weiterentwickelt werden könnte, sieht ein schrittweises Vorgehen in Baustufen vor. Im ersten Schritt sollen die zwei stadtbildprägenden Fassaden des ehemaligen Barockschlosses in Form einer begehbaren Fassadenskulptur errichtet werden, wobei die historischen Schmuckformen vereinfacht abgebildet bleiben. So entstehen räumlich gefasste Flächenangebote für Veranstaltungen, Begegnungen und touristische Nutzungen. In weiteren Baustufen würden dann hinter dieser Gestaltungfront Gebäudeteile für eine Dauerausstellung oder weitere Nutzungen angefügt werden können, weshalb die Verwaltung jetzt von möglicherweise mehreren Bauabschnitten ausgeht.

Christian Peters hatte zuvor bereits signalisiert, seine Idee in den Dienst der Sache stellen und diese für die Weiterentwicklung zur Verfügung stellen zu wollen. Dies wäre dann auch die Grundlage für eine weitere Beschlussfassung durch die Stadtvertretung Neustrelitz, voraussichtlich in der Sitzung am 11. Dezember, um eine Grundlage für die Umwidmungsgespräche zu haben und das entsprechende Grundstück vom Land der Residenzstadt Neustrelitz zuordnen lassen zu können.

Notwendige Begrenzung der Mittel

„Die Bürgerinnen und Bürger werden schon jetzt um Verständnis gebeten, dass sowohl Bürgermeister und  Verwaltungsspitze, als auch die Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter die Notwendigkeit der Beseitigung des Schlossruinenfeldes einerseits, aber die notwendige Begrenzung der hier eingesetzten Mittel andererseits sehen. Viele der bei der Stadt eingegangenen Meinungen halten eine Investitionssumme von nunmehr 13,8 Millionen Euro und weitere 10 Millionen Euro Bewirtschaftungskosten in den nächsten 25 Jahren nicht für vertretbar“, wird abschließend hervorgehoben. Der politische Wille der Stadtvertretung Neustrelitz sei nachvollziehbar, der jetzt erteilte Prüfauftrag begründet und angesichts der Entwicklung der kommunalen Haushalte auch notwendig.