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Fotos: zoneEINZ GmbH

In Neustrelitz ist gestern das Schlosshotel eröffnet worden (Strelitzius berichtete). Bauherr und Betreiber Andreas Krumme hat in seiner Festrede viel Bemerkenswertes aus den vergangenen vier Jahren aufgelistet. Einige Auszüge möchte ich meinen interessierten Lesern nicht vorenthalten.

Sechs Monate benötigten wir für die Planung und Entrümpelung von Bergen von Müll, Bauschutt und nicht zeitgemäßen Einbauten. Danach wurden Restauratoren mit der sogenannten denkmalpflegerischen Zielsetzung von Palais, Fassade, Park und Nebengebäude beauftragt. Diese ermittelten in sechsmonatiger Kleinarbeit alle Details des ursprünglichen Zustandes und fassten die Ergebnisse in einer 900-seitgen Broschüre zum Schnäppchenpreis von rund 250.000 Euro zusammen. Das war jetzt die Gebrauchsanweisung, lauf Auflage vom Denkmalschutz, für die Restaurierung.

Da uns vom Verkäufer, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, umfangreiche Zuschüsse in Aussicht gestellt wurden, stellten wir ordnerweise Anträge und schickten diese an die verschiedenen Behörden: 15 Anträge über drei Jahren, ohne einen einzigen Cent zu erhalten. Das nennt man wohl Wirtschaftsförderung und Denkmalschutz auf höchstem Niveau.

Ohne meinen inzwischen zu einem guten Freund gewordenen Architekten Hajo Stockhausen, der für die Architektin der ersten Stunde einsprang, hätte ich dieses anspruchsvolle Gebäude mit seinen vielen technischen Herausforderungen vermutlich nicht vollenden können. Weiterhin möchte ich mich bei Angela Rix bedanken, die die einfühlsame Seele des Hauses war und viel dazu beigetragen hat, dass das Palais, trotz der Verschiedenheit der Räume, eine durchgehend einheitlich gestaltete Linie erhielt, sodass sich unsere Gäste in Zukunft sofort wohl fühlen und ihren Aufenthalt genießen können.

Von den Handwerkern, die alle einen hervorragenden Job gemacht haben, möchte ich zwei ganz besonders erwähnen. Zum einen Frank Friebe, zuständig für den gesamten Elektrobereich, der weit über seinen Aufgabenbereich hinaus unzählige Hilfestellungen gegeben hat. Zum anderen Egbert Morgensterin, der als Mitarbeiter der Firma Balasai für die Instandsetzung von Türen, Fenstern, Wandverkleidung, Heizkörperverkleidung und vielem mehr zuständig war. Dabei hat er über drei Jahre zum Teil verloren geglaubte Bauteile rekonstruiert, historische Türen diskret auf neue Technik umgebaut. Beide Handwerker sind dabei nicht einmal durch schlechte Laune aufgefallen, haben nie ihren Humor verloren.

Unter unseren eigenen Handwerkern möchte ich Herrn Graf und Herrn Wasmuth besonders erwähnen. Sie begannen bereits Ende 2021 fast 800 Fensterflügel zu entlacken, den Kitt zu entfernen, das Glas neu einzusetzen, die Fenster gängig zu machen und drei Mal zu lackieren. Dabei konnten fast alle Originalfenster gerettet werden. Auch eine Vielzahl von Türen, Beschlägen, Fußböden, Stuckdecken, Kaminen und Wandverkleidungen konnten rekonstruiert und wiederhergestellt werden.

Ohne zu inserieren, erhielt ich Bewerbungen von hoch qualifizierten Fachkräften aus der gesamten Region. Schnell wurde ich mit meiner heutigen Hotelleiterin Manja Westermann handelseinig, und wenig später auch mit unserem neuen Küchenchef Torsten Räth. Mittlerweile haben die beiden ein ca. 20-köpfiges Team um sich geschart.

Trotz unendlich vieler Probleme wie drastische Kostensteigerungen sowie Bauzeitverzögerungen durch unsägliche Bürokratie gab es immer wieder Licht am Ende des Tunnels. Während der Bauzeit habe ich viele neue Leute kennengelernt, die mich mit ihre Erfahrung bei den Herausforderungen unterstützt haben. Dazu gehörten Handwerker, Restauratoren, Berater und sogar ein Behördenvertreter bei der Denkmalschutzbehörde. Er ist der lebende Beweis dafür, dass auch Behörden im Sinne der Investoren mit Ermessensspielraum umgehen können. Leider ist diese Fähigkeit den meisten seiner Kollegen nicht gegeben.

Das Ergebnis der Anstrengungen ist heute ein individuelles, luxuriöses Schlosshotel mit 25 Zimmern und Suiten, zwei Konferenzräumen, einem Restaurant mit 60 Plätzen, Terrassen für 100 Personen und einer gemütlichen Bar. Der komplett neu entstandene SPA-Bereich mit drei Saunen, Pool und Anwendungen für Physiotherapie und Kosmetik sorgt auch in kühleren Monaten für einen angenehmen Aufenthalt. Ende des Jahres wird dann auch die Restaurierung des Nebengebäudes abgeschlossen sein. Dann stehen weitere 26 komfortable Ein- und Zweizimmer-Apartments zur Verfügung, die besonders auch für Urlauber mit Hund oder Fahrrad geeignet sind.

Die wunderbaren Bilder hat mir die Feldberger Kommunikationsagentur zoneEINZ GmbH dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen hier im Blog auf der Außenspalte und unter

www.schlosshotel-neustrelitz.de.