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Alte Kachelofenfabrik, AMISMWK, Anna-Maria Sabine Ingrid Mia Weipert Klinggraff; “beirren”; Digitale Arbeit - 4000 x 2000 pixel; 3. September 2024, Ausstellung, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Zeichnungen

Die Ausstellung „lunarkalb“ mit Arbeiten von AMISMWK, auch genannt Anna-Maria Ingrid Sabine Mia Weipert Klinggraff, ist vom 15. Februar bis zum 16. März in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz zu sehen. Vernissage ist am kommenden Sonnabend, 15. Februar, um 17.30 Uhr, in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst.
Schaut man in die Gesichter der Charaktere, die AMISMWK zeichnet, erkennt man schnell, dass hier etwas anders ist. Offensichtlich sind natürlich oft die Augenpupillen, welche als längerer Schlitz wie bei Ziegen erscheinen und man sodann darüber nachdenkt, ob diese Wesen selbst eine andere visuelle Wahrnehmung haben könnten. Weniger offensichtlich, aber dennoch subtil wirkend, strahlen diese Charaktere eine tiefe Melancholie aus. Selten sind mehrere Figuren auf einer Arbeit zu sehen, die AMISMWK vorrangig digital zeichnet. Hier schaut man ähnlich wie bei filmischen Close-Ups direkt in ein Gesicht dieser still traurigen Wesen, und kann in der visuellen Begegnung deren Einsamkeit nachspüren.
AMISMWK ist eine sehr junge Künstlerin, in deren Oeuvre sich die Einflüsse von Manga, modischen Zeichnungen und Fantasy- Bildern gekonnt mischen. So haben einige Figuren spitze Ohren, Hörner, es gibt Schmetterlinge, Schnecken oder andere Tiere, die symbiotisch und dekorativ auf den Köpfen dieser Figuren zu leben scheinen.
Beeindruckender Farbeinsatz
Das wirklich Beeindruckende aber ist der Einsatz der Farbe der jungen Neustrelitzer Künstlerin. AMISMWK arbeitet so kontrastreich und in spielerisch leichter Form mit der Farbe, dass von all Ihren Portraits, trotz der inhärenten Melancholie, ein Zauber und Leuchten ausgeht, dem man sich schlecht entziehen kann. Zudem sind es auch die digitalen Erscheinungsformen des Farbauftrages, die staunen lassen: Mal erscheint der Farbauftrag pudrig, wie bei einem Make-Up, dann wieder flüssig-ölig, oder auch aquarellhaft und farbdurchlässig, wodurch spannungsreich und zauberhaft zugleich Figuren auf dem Blatt entstehen. Noch lange wirken die Begegnungen auf Papier aber auch auf Leinwand nach und leuchten sich in unser Bildgedächtnis (Text Marieken Matschenz).
Die Ausstellung bietet allen Liebhabern junger Kunst einen Raum für Entdeckungen, Gespräche, Inspiration und gegebenenfalls auch die Möglichkeit, am Abend der Vernissage um 19.30 Uhr den Stummfilm mit Live-Musikbegleitung „True Heart Susie“ anzuschauen. Dieser wird hie im Blog noch gesondert angekündigt.