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Andreas Feddersen bei seinem Vortrag vor mehr als 100 Zuhörern im Kulturquartier. Fotos: Moritz König
Henry Tesch bei der Begrüßung.

Von der 8. Schlossbergkonferenz am gestrigen Mittwoch im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz (Strelitzius berichtete kurz) ist eine klare Botschaft ausgegangen. Henry Tesch, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Mecklenburg, hat diese mir gegenüber noch einmal auf den Punkt gebracht. „Die Stadt Neustrelitz muss 2025 entscheiden, was sie in Sachen Schlossberg will, und was sie eben nicht will. Nur dann macht eine 9. Schlossbergkonferenz am 29. Januar 2026 Sinn.“ Die Stiftung hatte gemeinsam mit der Stadtvertretung die Konferenzen initiiert und will den Prozess laut Tesch auch weiter unterstützen. „Wir stehen bereit.“

Henry Tesch regte im Gespräch mit mir an, die Diskussionen nicht auf Turm oder nicht Turm zu beschränken, sondern den Schlossberg ganzheitlich zu betrachten, also mit seinem gesamten Potenzial. Das könnte einen Zugewinn an Interessenten für eine Nutzung nach sich ziehen.

Stadtpräsident will sich einbringen

Max Odebrecht

Mehr als 100 Teilnehmer hatte die aktuelle Schlossbergkonferenz gefunden, darunter der stellvertretende Landrat Thomas Müller, Stadtpräsident Max Odebrecht und Bürgermeister Andreas Grund. Die Stiftung Mecklenburg war auch durch ihren Vorstandsvorsitzenden Helmuth Freiherr von Maltzahn, der Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz und der Residenzschlossverein Neustrelitz, die seit Jahren die Konferenzen unterstützen und mit organisieren, durch ihre Vorsitzenden Rajko Lippert und Jürgen Haase vertreten. Odebrecht, noch neu im Amt, stellte sich den Anwesenden vor und versprach, sich nach Kräften in die Entscheidungen rund um den Schlossberg einzubringen.

Die Schlossbergkonferenz hat sich auch 2025 als ein Forum für herausragende historische Vorträge bewiesen. Auf großes Interesse, auch vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagwahl, stießen die Ausführungen des Historikers und Archivars Dr. Bernd Kasten über Wahlkämpfe und politische Gewalt in Mecklenburg von 1930 bis 1933. Im Anschluss widmete sich der Schweriner Journalist Andreas Frost der ersten demokratisch gewählte Politikerin in Mecklenburg-Strelitz Erna Weiland und ihren männlichen Kollegen. Frost hatte bereits in der Alten Kachelofenfabrik mit großem Erfolg das Ergebnis seiner diesbezüglichen Recherchen vorgestellt.

Andreas Feddersen, Kurator und Geschäftsführer der musealis GmbH Weimar, präsentierte ein Ausstellungskonzept für die geplante Rekonstruktion des Neustrelitzer Schlossturms. Ich bemühe mich momentan um die Möglichkeit, es hier im Blog vorstellen zu dürfen. Feddersen erklärte sich bereit, auch bei weiteren Foren zum Thema Schlossberg zu referieren.

Dass es da unverändert großen Gesprächsbedarf gibt, zeigte sich auch nach Ende der Konferenz. Bei der abschließenden Suppe ging der rege Gedankenaustausch in kleineren Gruppen weiter.

Richard Lange, Neuntklässler vom Carolinum Neustrelitz, spielte zur Eröffnung.