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Foto: Adriano Heitmann

Seit über 40 Jahren tourt Gardi Hutter mit ihrem Clowntheater DIE TAPFERE HANNA durch die Welt und trat seitdem in 35 Ländern auf. Am Donnerstag, 28. August, ist sie zu Gast auf dem Theatervorplatz Neustrelitz und träumt als strubbelige Wäscherin Hanna von großen Heldentaten. Mangels heroischer Feinde verwandelt sie ihre Waschküche in ein absurdes Schlachtfeld. Urkomisch, urmenschlich, urweiblich: für die ganze Familie, für Stadt und Land, für Großeltern, Nichten, Neffen und auch die Gestressten dazwischen. Nichts verbindet mehr als zusammen lachen.

Clown HANNA ist eine existenzielle Spielerin. Ihre Geschichten – ohne Worte, aber voll Brabbelei – sind tragisch-komische Metaphern auf unser hoffnungsloses Strampeln nach Glückseligkeit. Obwohl Hanna keine Widrigkeit erspart bleibt, wird sie nie zum Opfer – zum Gaudium des Publikums. Sie gibt alles: tollpatschig und zornig, verquer und verrückt, berührend und poetisch. Hanna kreiert ein absurdes Universum, in dem sie als eine Art Donna Quijote neue Windmühlen bekämpft. Sie scheitert – das aber großartig.

Hanna, zerzaust und versponnen, hat als Wäscherin kein leichtes Leben. Widerspenstige Wäscheklammern, heimtückische Wäscheseile, ein Waschtrog mit schwindelerregenden Abgründen und ein dreckiger Wäschehaufen können nur mit aller List bezwungen werden. Hannas einziger Lichtblick ist ihr Buch über die Heldentaten von Jeanne d‘Arc. Ohne Zögern würde sie ihr mühsames Leben gegen Abenteuer, Ruhm und Ehre eintauschen. Traum und Wirklichkeit vermischen sich. Der Waschzuber wird zum Kriegsschiff, der Wäschehaufen zum Kampfross, Johannas Hosen kommen vom Himmel geflogen und erheben sie zum Ritter: Es lebe Jeanne d’ArPpo! Mangels ausländischen Eroberern erklärt sie kurzerhand ihrem bittersten Feind den Krieg: dem Riesenhaufen Dreckwäsche.

Katrin Boeckh über GARDI HUTTER: Als Gardi Hutter in den 70ger Jahren an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren begann, machte man ihr wenig Hoffnung als Clown erfolgreich sein zu können. Nur Männer seien komisch, Frauen seien immer nur große Tragödinnen gewesen. Wie sehr sich die Professoren irren sollten, zeigt ihr erfolgreiches, absolut einmaliges und bewegtes Künstlerleben. Dieselbe Hochschule hat ihr den Honory Companion, eine Art Ehrendoktortitel verliehen. Und die Universität Leipzig verlieh ihr im Juli 2021 die Berthold Brecht Professur – vier Wochen Seminare und workshops gingen einher.

Ihre Solos sind fast wortlos, aber sie sprechen Bände, und diese Sprache verstehen alle Menschen. Ob als Waschfrau, Maus, Souffleuse oder Schneiderin – sie erfindet absurde Universen, in denen sich die Figuren mutig, aber aussichtslos nach dem Glück abstrampeln. Das berührt in seiner Tragikomik aufs Tiefste, und ist zugleich eine Riesen-Gaudi. Einzigartig! Im November 2018 haben wir mit „Gaia Gaudi“ (eine Ensembleproduktion mit ihren Kindern) im Theaterhaus Stuttgart Premiere gefeiert; Michael Vogel (Familie FLÖZ) hat Regie geführt.

Ihre Figur HANNA, die Protagonistin all ihrer Programme, wurde 2021 40 Jahre alt. Mit ihren clownesken, poetischen Theaterstücken hat sie fünf Kontinente bereist und die Herzen des Publikums erobert. Die Bühnen könnten unterschiedlicher nicht sein: große Stadt- und Staatstheater, Festivals, Kleinkunstbühnen, Scheunen und Favelas, überall bringt sie die Menschen zum Lachen und Weinen. Und interessanterweise lachen und weinen die Menschen in Australien, Asien und Europa an den gleichen Stellen.

Gardi hat unzählige Preise auf der ganzen Welt entgegengenommen, zuletzt im Juli 2022 in München den Karl Valentin Preis!!!

TERMIN
Donnerstag, 28. August, um 19.30 Uhr, auf dem Theatervorplatz, Landestheater Neustrelitz

TICKETS
Telefonisch unter 03981 20 64 00 oder online unter https://tog.de/projekte/die-tapfere-hanna/

Gardi Hutter. Foto: Ayse Yavas