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Fußball, Dynamo Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, TSG Neustrelitz

Aufatmen im Neustrelitzer Parkstadion am Nachmittag: Vor rund 450 Zuschauern kommen die Oberliga-Kicker der TSG zu einem 2:1 (1:1)-Arbeitssieg über Dynamo Schwerin. Gegen eine vielbeinige, bestens aufgestellte Abwehr der Gäste aus der Landeshauptstadt taten sich die Neustrelitzer schwer und mussten durch das blitzschnelle Umkehrspiel der Dynamos auch bis zum Abpfiff um die drei Punkte zittern.
Bereits nach sieben Minuten hatten die Schweriner mit attraktivem Doppelpassspiel die TSG-Abwehr ausgeschaltet, trafen aber nach ihrem Spaziergang an den Neustrelitzer Defensiven vorbei das leere Tor nicht. Nur zwei Minuten später eine Kopie des Vorstoßes, und diesmal geht der Ball ins Netz des Gastgeber-Gehäuses. Dynamo-Kapitän Evgeni Pataman schießt den Ball in die linke Ecke, TSG-Schlussmann David Daroczi ohne Chance.
Treffer wie ein Strich: Kapitän Riechert erzielt den Ausgleich
Die Strelitzer Jungs rennen sich immer wieder am Bollwerk der Schweriner fest und versuchen sich folglich auch aus der Distanz. Letztlich sorgt Kevin Riechert für den Ausgleich. Justus Guth legt in der 28. Minute einen Freistoß auf seinen Kapitän ab, und der semmelt in zentraler Position aus rund 20 Metern den Ball oben rechts in den Dreiangel. Wie ein Strich! Ein Treffer, den man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Justin Schultze hat vor der Pause halb im Liegen einen „Riesen“, der geht aber weit über die Latte.
Zweite Halbzeit: Die TSG hat nach wie vor große Mühe, in den Strafraum der Schweriner vorzustoßen und den ultimativen Ball zu spielen. irgendwo ist immer ein Schweriner Bein im Weg. In der 60. Minute noch eine Großchance für Schultze, diesmal am langen Pfosten, aber er bringt das Leder in Bedrängnis nicht unter Kontrolle. Die Neustrelitzer jetzt mächtig am Drücker, sie wollen klar erkennbar den Erfolg, die Mittel dorthin fehlen. Im Gegenzug überwinden die Schweriner mit zwei, drei zentimetergenau geschlagenen Pässen das Spielfeld, zeigen, wie es geht, und sorgen beispielsweise in der 70. Minute für helle Aufregung vor dem Neustrelitzer Kasten. Glück gehabt!
TSG-Coach Thomas Franke bringt frische Kräfte auf den Rasen, darunter Javier Alejandro Jimenez Paris. Und der sorgt doch tatsächlich in der 83. Minute nach einer von Markus Niemitz getretenen Ecke für den Ausgleich. Verständlicher Jubel, aber die verbleibende Zeit bis zum Abpfiff in der 95. Minute wurde den Platzherren lang. Drei Kreuze!
Klare Worte von Tino Schmunck
Zufrieden waren die Neustrelitzer Spieler wohl nicht hundertprozentig mit sich. Im Schlusskreis gab es unter anderem von Routinier Tino Schmunck klare Worte an die Adresse wesentlich jüngerer Mannschaftskameraden. Kevin Riechert und Thomas Franke glätteten die Wogen, und dann gab es doch noch den Freudentanz. Auf jeden Fall bleibt wohl bis zum Pokalfinale am 25. Mai in Greifswald gegen die Hansestädter noch einiges zu tun.
„Am Ende hat der unbedingte Wille zum Sieg das Spiel entschieden“, so der TSG-Coach in der Nachbetrachtung mit Strelitzius. „Wir wussten um die Umschaltqualitäten der Schweriner, haben aber trotzdem in der ersten Hälfte den Fehler gemacht, und das haben Gäste ausgenutzt. Ansonsten haben wir eine gute Halbzeit gespielt. Da war der Platz auch noch nass, nach dem Wechsel trocken, die Umstellung hat für Schwierigkeiten gesorgt. Wir haben ausgewechselt, ich habe da auch auf die Meinung meines Cotrainers Mike Elstner gehört, und mit Javier haben wir das goldene Händchen gehabt. Wir haben alles reingehauen, viel investiert und am Ende verdient gewonnen.“
„Nachdem es zuletzt daheim gegen Hertha 03 Zehlendorf nicht so gelaufen war, wieder ein Heimsieg“, hob Nico Kosche vom TSG-Präsidium hervor. Es ist nicht alles optimal gewesen heute, es hat die eine oder andere Unstimmigkeit im Team gegeben, aber der Sieg ist entscheidend und verdient. Wir haben alles gegeben und weitere drei Punkte auf dem Konto.“ Kurzkommentar auch noch von Sponsor Thomas Splett: „Die Mannschaft hat alles für den Sieg getan.“
Die TSG Neustrelitz klettert mit dem heutigen Erfolg auf den sechsten Tabellenplatz, punktgleich mit Makkabi Berlin einen Rang davor. Nächster Gegner im Punktspielbetrieb ist am kommenden Sonnabend auswärts Optik Rathenow (9.).




