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Ein gutes Team: Johanna Mendler und Anton Schröter liegen in Sachen Speisekarte auf einer Wellenlänge. Foto: André Gross

„Es ist ein Jammer, dass auf den Dörfern so viele Gasthöfe geschlossen sind. Die hat man doch früher auch gebraucht“, sagt Johanna Mendler. Einen Landgasthof hat die 51-jährige Wahlmecklenburgerin vor dem Aus bewahrt. Seit gut einem Jahr ist sie Wirtin der „Linde“ in Ankershagen. Sie ist mit dem Übernommenen behutsam umgegangen nach dem Grundsatz, dass weniger mehr ist. Weiße Wände, darauf ganz wunderbare Kunst der Lapitzer Malerin Karin Camara, alte Tische und Stühle, der alles dominierende Ofen und Brennholz, bis unter die Decke gestapelt…

Fotos(3): Theresa Lange

Dabei hat die gelernte Köchin, die schon viel herumgekommen ist und über einen großen Erfahrungsschatz aus der Branche verfügt, gar nicht vom eigenen Lokal geträumt. „Aber dem Charme dieses Objektes im Schliemann-Dorf mit Gaststube, Saal, Biergarten und Ferienzimmern, die von mir inzwischen zu einer Ferienwohnung zusammengeführt worden sind, konnte ich mich nicht entziehen. Zudem bin ich leidenschaftliche Gastgeberin, aber auch selbst gern zu Gast“, so die Gastronomin, die darüber hinaus in der Alten Schule in Liepen ein neues Zuhause für sich und ihre Familie gefunden hat. Dort vermietet sie zwei Ferienquartiere, die auch koppelbar sind.

Johanna Mendler hat nach eigener Aussage ihrer Großmutter sehr viel zu verdanken, „sie hat mich geformt“. Die Großeltern lebten in Ahrensberg in der Kleinseenplatte. „Vielleicht kommt es mir deshalb so vor, als sei ich schon immer hier in Mecklenburg gewesen. Auf jeden Fall will ich nie wieder weg.“

Modern, frisch, inspiriert

Inzwischen stehen der Besitzerin des Traditionsgasthofs „Linde“ fünf Mitarbeiter zur Seite. Mit Jungkoch Anton Schröter hat sie einen Glücksgriff getan. „Eine moderne, von vielem inspirierte Küche, das ist mein Ansatz, und den hat Anton sofort verinnerlicht. Ganz kleine Karte, crossover, mit wechselnden Hauptgerichten von Rindertalern bis Welsfilet und von Spätzle bis zu Büffelmozzarella. Das Fleisch kommt vom Hof Karsten Dudziak bei Neustrelitz und der Fisch aus Rödlin von Sabine Reimer, dazu wird regionales Biogemüse aufgetischt. Alles frisch gekocht“, umreißt die Chefin ihr Speisenangebot. Davon profitiert auch die Freie Naturschule im benachbarten Peckatel, die mit kerngesundem Mittagessen beliefert wird. Hat die Köchin eine Spezialstrecke? „Am liebsten bereite ich Gemüse zu, da bin ich am kreativsten.“

Zur Freude an der „Linde“ gehört für die Gastronomin unbedingt der Saal mit seiner kleinen Bühne. „Es ist alles da, muss nur genutzt werden. Bei mir kann man feiern.“ Auch wenn sie keine Kulturspezialistin sei, so hoffe sie doch ein Gespür zu haben für das, was bei den Leuten ankommt. Entsprechend unterbreitet sie Veranstaltungsangebote, wie das Gastspiel des Musikkabaretts „Schwarze Grütze“ am 30. September (Strelitzius berichtete). Kulinarischer Höhepunkt wird dann am 3. Oktober ein Feiertagsbrunch sein. Und natürlich wird es ein Martins- und ein Weihnachtsgansessen geben. Die Termine sind jeweils der Webseite zu entnehmen.

Johanna Mendlers „Linde“ erwartet aktuell freitags bis sonntags von 12 bis 21 Uhr Gäste. Über den Winter will die Wirtin ihr Lokal ebenfalls an den Wochenenden öffnen. Ab April wird dann wieder voll durchgestartet. Gern werden auch Catering-Aufträge übernommen.

www.gasthoflinde-ankershagen.de