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Das erste in der Region öffentlich bespielbare Klavier wurde vor drei Jahren auf Initiative von Matthias Schwarz (l.) im Neustrelitzer Bahnhof aufgestellt, und um die Pflege kümmert sich der Simsalartist gemeinsam mit Klavierstimmerin Katrin Schmidt. Foto: Ute Köpke

Ein gutes Klavier kostet nicht nur eine Menge Geld, es braucht auch genügend Platz. Wer sich schon immer mal an diesem Musikinstrument ausprobieren oder gern spielen möchte, hat zukünftig die Möglichkeit im Voß-Haus beim alten Penzliner Marktplatz. Am Sonnabend, 2. April, wird hier um 16 Uhr zum „Klavier-Einweihungskonzert“ als Veranstaltung vom „simsalArt e.V.“, dem Penzliner Kulturverein und der Stadt Penzlin öffentlich eingeladen.  Die Gäste erwartet ein buntes Potpourri mit verschiedenen Musikern, und natürlich ist auch der Initiator dieses Projektes, Matthias Schwarz, dabei. „Außerdem sind Gastmusiker gern gesehen, die selbst mal in die Tasten greifen wollen“, freut sich der Penzliner auf weitere Musikbegeisterte.

Zukünftig kann dann jeder zu den Öffnungszeiten des Voß-Hauses das Klavier nutzen. Auf die Idee kam der 44-jährige Mediengestalter für Bild und Ton vor gut zwei Jahren während einer Seminarwoche in Nürnberg. „Ich war auf der Suche nach einem Klavier zum Üben und fand es in der dortigen Bibliothek. Das hat mich total begeistert, weil ich so nicht auf das Musizieren verzichten musste“, erzählt Matthias Schwarz, der 1992 mit Keyboard begann. Später kamen Klavier und Gitarre dazu und noch heute ist er in seiner Freizeit als Klaviersolist, mit seinen Bluesfreunden als „Detzen-Band“ wie auch im Trio „SAM“ des Vereins „simsalArt e.V.“ musikalisch aktiv.  

Projekt durch Land gefördert

„Also dachte ich, warum nicht versuchen, ein Klavier ins Voß-Haus zu stellen, dort gibt es auch eine Bibliothek, die für jeden zugänglich ist und Johann Heinrich Voß ist untrennbar mit dem Klavier verbunden, kurzum: das Voß-Haus braucht ein Klavier!“ Das war die Geburtsstunde dieses Projektes, jetzt umgesetzt durch den simsalArt e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern Matthias Schwarz gehört, sowie mit finanzieller Förderung über den Strategiefonds des Landes MV.

Abgerundet wird die Projektidee durch ein weiteres Klavier, das durch seine Bauweise gut transportierbar, also ein „mobiles Klavier“ ist und mit dem Matthias Schwarz direkt in Einrichtungen wie Schulen gehen kann. Denn Priorität hat für den „simsalArt e.V.“ eine Teilhabe aller Interessierten, besonders für jene, die sich gar kein oder eben kein hochwertiges Instrument leisten können.

Erster Schüler erhält ehrenamtlich Unterricht

Dazu kommt das Angebot des Klavierenthusiasten, ehrenamtlich Unterricht zu geben, zielgerichtet an Kinder und Jugendliche, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind oder deren Eltern sich Klavierunterricht nicht leisten können. Matthias Schwarz hat bereits seinen ersten Schüler. „Er kommt aus einer betreuten Jugendwohngemeinschaft in Fürstenberg/Havel und hat auf dem Bahnhofsklavier in Neustrelitz gespielt, als ich das wieder auf Vordermann bringen wollte. Wir kamen ins Gespräch und werden uns zukünftig dort für unseren Unterricht treffen.“

So hatte der Penzliner schon im Mai 2019 in der Bahnhofshalle Neustrelitz ein für alle und jederzeit spielbereites Klavier aufgestellt. „Es wird von der Klavierbauerin Katrin Schmidt und mir gehegt und gepflegt und natürlich geliebt,“ schmunzelt Matthias Schwarz. Und bereits damals gehörten zu den Mitstreitern heutige Simsalartisten. Eine davon ist Marieken Matschenz. Sie leitet im „simsalArt e.V.“ das Neulandgewinnerprojekt „Kulturmobil“ und gemeinsam mit Matthias Schwarz ist dann bei der Fahrt „übers Land“ zukünftig auch mal Musik im Gepäck. http://www.simsalart.de