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Fünfeichen in Neubrandenburg – dieser Ort steht für unendliches Leid in den Jahren 1939 bis 1948. Mehr als 120 000 Kriegsgefangene aus elf Ländern durchliefen bis Kriegsende das Stalag IIA, das Oflag IIE sowie das Oflag 67. Mehr als 6000 von ihnen starben an Hunger, Krankheit, Kälte und Misshandlung.

In der Zeit von 1945 bis 1948 wurden im Speziallager Nr. 9 des Geheimdienstes NKWD mehr als 15 000 deutsche Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, zum größten Teil unschuldig, durch die sowjetische Besatzungsmacht eingesperrt. Fast 5000 Häftlinge überlebten nicht und wurden in Massengräbern im Wald verscharrt. Bis September 1948 sind rund 5.000 Insassen des Speziallagers entlassen worden, 2.600 weitere wurden in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald transportiert.

Aus diesem Anlass findet am 1. September in der Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Schließung aller Lager an diesem Ort statt. Beginn ist um 10 Uhr, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Übergabe des neu gestalteten gestützten Holzkreuzes als weithin bekanntes Symbol der Gedenkstätte. Zu diesem Tag werden auch neue Tafeln mit Namen von weiteren verstorbenen Kriegsgefangenen verschiedener Nationen installiert, die zwischenzeitlich durch das Stadtarchiv recherchiert worden sind.

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) wird an diesem Tag die Gedenkrede halten. Es sind unter anderem die 16 Botschafter der Nationen eingeladen, aus denen Kriegsgefangene in Fünfeichen begraben sind, sowie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen, die die Opfer des NKWD-Speziallagers repräsentieren.