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Am Sonnabend, den 21. Juli, dreht sich am Stadthafen Neustrelitz von 10 bis 16 Uhr alles um die Freiwillige Feuerwehr. Mit einem Aktionstag möchten die Kameradinnen und Kameraden 150 Jahre Feuerwehr Neustrelitz gebührend feiern, teilt Stadtsprecherin Petra Ludewig mit. Alle vier Ortswehren Neustrelitz, Strelitz-Alt, Fürstensee und Klein Trebbow und weitere Wehren aus der Region werden ihre Technik präsentieren. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von den Kameraden des Technischen Hilfswerks.

Es sind verschiedene Schauvorführungen unter anderem zur Gefahrenabwehr an Land und auf dem Wasser oder zu großen und kleinen, oftmals unterschätzten, Katastrophen im Haushalt vorgesehen. Und natürlich gibt es rundherum ein buntes Rahmenprogramm für kleine und große Besucher. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls ausreichend gesorgt.

Aus der Geschichte der Neustrelitzer Feuerwehren

Das mittelalterliche Strelitz wurde mehrfach von größeren Brandkastrophen erschüttert. Noch vor dem Schlossbrand 1712 wurde die erste Feuerordnung erlassen und die Bürger zu Hilfe bei Löscharbeiten  namentlich verpflichtet. Die durch einen Brand Geschädigten bekamen hohe Entschädigungen durch die Brandkasse, sodass Fragen des Brandschutzes manchmal vernachlässigt wurden.

Mit der Gründung von Neustrelitz 1733 wurde gleichzeitig eine Baupolizeiordnung erstellt, die einige Fragen des Brandschutzes  gesetzlich festlegte, einem Nachtwächter oblag die Brandwache in der Stadt. Der  Bau von Feuerstellen in den Häusern wurde kontrolliert und es gab die Anweisung in den Straßen öffentliche Brunnen zu bauen.

Doch erst im Jahre 1868 wurden die ersten freiwilligen Feuerwehren gegründet – und das geschah im damaligen Strelitz. Eine Feuerwehr bildeten die Männer des Turnvereins und die zweite „Freiwillige Bürgerwehr“ gründeten vorwiegend Handwerker und Gewerbetreibende. Zu dieser Zeit wurde auch ein Spritzenhaus in der Schulstraße gebaut. In Neustrelitz gab es seit 1771 ein Spritzenhaus hinter der Stadtkirche, 1805 wurde die erste Feuerordnung festgeschrieben, jeder Einwohner war zur Hilfe beim Löschen verpflichtet.  Es gab auch eine städtische Pflichtfeuerwehr. Erst 1876 kam es  zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr,  der Mitglieder des städtischen Turnvereins angehörten.

Mit der Eingemeindung der Stadt Strelitz nach Neustrelitz 1931 wurden auch die beiden Freiwilligen Feuerwehren zusammengelegt, ein  neues Gerätehaus am heutigen Standort in der Louisenstraße gebaut. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz waren zum Beispiel an den Löscharbeiten bei den Großbränden in Rostock 1942 beteiligt.

Nach 1945 wurden durch engagierte Kameraden wieder zwei Freiwillige Wehren aufgebaut, die FFW Neustrelitz und die FFW Strelitz-Alt. 1963 kam es aber zur erneuten Wiedervereinigung. Die Funktion des Wehrleiters übernahm 30 Jahre lang Horst Benzin, ab 1995 leitete Peter Arndt 18 Jahre lang die Geschicke der Wehr. 1992 wurde die FFW Neustrelitz um zwei weitere Löschabteilungen aus Fürstensee und Klein Trebbow vergrößert. In den Jahren 2000- 2004 wurden die  Gerätehäuser in der Louisenstraße und in der Schulstraße saniert.

An der Spitze der Neustrelitzer Feuerwehr steht seit 2013 Hauptbrandmeister Holger Brandt. Die Wehr in Neustrelitz ist zusätzlich für die Gefahrenabwehr spezialisiert, während ein Teil der Altstrelitzer Kameraden zur Wassergefahrengruppe des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gehört. Derzeit gibt es in den vier Löschabteilungen etwa 70 aktive Mitglieder. Das hört sich zunächst einmal gut an, meint Hauptlöschmeister Jörg Westphal, doch natürlich sind nicht alle berufsbedingt immer einsatzbereit. Um die Nachwuchsarbeit kümmern sich in Neustrelitz Matthias Ertzgräber und in Altstrelitz Nadine Schaafhausen.