Schlagwörter

, , , ,

Nachdem der diesjährige Grüneberg-Orgelsommer in der Stadtkirche Neustrelitz am vergangenen Sonntag mit einem großen Konzert für Chor und Orchester eröffnet wurde, wird die beliebte Reihe nun am kommenden Sonntag, den 8. Juli, fortgesetzt. Unter dem Motto „Geh aus mein Herz und suche Freud“ bringen Antje Dziemba, ehemals Sievert, und KMD Hans-Jürgen Küsel Werke für Flöte und Orgel zu Gehör.

Die beiden Künstler, die schon seit Jahren gemeinsam musizieren, haben wieder ein kurzweiliges Programm zusammengestellt, das mit der einen oder anderen musikalischen Rarität aufwartet. Neben Werken berühmter Komponisten wie Georg Philipp Telemann und Felix Mendelssohn-Bartholdy erklingen nämlich auch Konzerte und Sonaten wenig bekannter Meister wie Christoph Graupner oder der Engländer John Baston. Ebenso gelangt ein musikalischer Scherz zur Aufführung – die Zuhörer können sich einen Eindruck davon verschaffen, wie das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ geklungen haben könnte, wenn Mozart es komponiert hätte.

Zu einem Höhepunkt des Programms avanciert sicher das „Concerto G-Dur“ von Johann Georg Linike, denn dieser heute leider unbekannte Künstler war eng mit der Residenzstadt und der Geschichte des Landes Mecklenburg-Strelitz verbunden.

Meine Blogfreundin, die Neustrelitzer Autorin Sandra Lembke, weiß da mehr. Johann Georg Linike lebte ab 1728 am Hof des damaligen regierenden Herzogs Adolf Friedrich III. von Mecklenburg-Strelitz und wirkte als Kapellmeister und „Hofclavierist“. Zuvor hatte er sich bereits als Mitglied der Kurfürstlichen Kapelle in Berlin sowie als Konzertmeister am Sachsen-Weimarer Hof einen Namen gemacht. Zu Beginn der 1720-er Jahre hielt sich Linike einige Jahre in England auf und soll sogar in Georg Friedrich Händels Londoner Opernorchester Violine gespielt haben. Linike starb im Frühjahr 1762 in Neustrelitz und wurde auch hier beigesetzt.

Lehrer unterrichtete spätere Queen Sophie Charlotte

Seine herausragenden musikalischen Fähigkeiten und seine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit einigen der berühmtesten Komponisten seiner Zeit wurden in der Residenzstadt sehr geschätzt. Johann Georg Linike unterrichtete daher auch die Prinzen und Prinzessinnen des Hauses Mecklenburg-Strelitz. Seine bekannteste Schülerin ist die spätere britische Königin Sophie Charlotte, die er im Gesang sowie im Klavier- und Generalbass-Spiel unterwies. Dank seines vorzüglichen Unterrichts war die Queen später sogar in der Lage, die ihr von ihrem Londoner Musiklehrer Johann Christian Bach (Sohn des großen Johann Sebastian) gewidmeten, anspruchsvollen Klavierkonzerte selbst spielen zu können.

Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.