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Sandra Lembke ist wieder da. Die Neustrelitzer Autorin startet im 3 Königinnen Palais auf der Mirower Schlossinsel eine neue, achtteilige Vortragsreihe. Auftakt  zu „Sophie Charlotte und ihre Zeitgenossinnen – Alltag zwischen Freud und Leid“ ist am kommenden Freitag, den 25. Mai, um 19 Uhr mit „Ich dien in Schloss und Kammer – Herrinnen und ihr Gefolge“. Wie gewohnt, gibt es für Strelitzius und seine Leser einen exklusiven Ausblick.

Sie waren entweder die stillen, unbekannten Geister im Hintergrund oder markante Persönlichkeiten, die durchaus dem Monarchen den Zutritt verweigerten, wenn er seine Gattin besuchen wollte – Hofdamen, Gouvernanten, Kammerfrauen und andere weibliche Bedienstete bevölkerten im 18. und 19. Jahrhundert in Scharen die britischen Paläste und auch den kleinen Mecklenburg-Strelitzer Hof. Doch nur wenig ist oftmals über ihr Leben und ihren Alltag bekannt. Die Ehre, einer Prinzessin oder gar einer Königin dienen zu dürfen, bezahlten viele Dienstboten mit dem Verlust ihres persönlichen Glücks und dem Verzicht auf individuelle Entfaltung. Von früh morgens bis spät in die Nacht hatten sie auf den Beinen zu sein, um ihren Herrschaften jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Dennoch eröffnete das Leben bei Hofe vielen Frauen ungeahnte Möglichkeiten.

Als Prinzessin Sophie Charlotte im Sommer 1761 den Mecklenburg-Strelitzer Hof verließ, um nach England zu reisen, nahm sie von all den vertrauten Damen Abschied, die die zukünftige britische Königin jahrelang umsorgt hatten. Nur drei Bedienstete aus der alten Heimat durften Sophie Charlotte nach England begleiten und am Londoner Hof für sie tätig werden. In den Residenzen des britischen Königs George III. traf die junge Prinzessin schließlich auf ein Heer von Dienstboten und Palastangestellten.

Eintauchen in geheimnisumwitterte Welt der Höfe

„Im ersten Vortrag der neuen Reihe widme ich mich nun einigen dieser dienstbaren Geister, die Königin Sophie Charlotte in Mecklenburg-Strelitz und insbesondere in England umgaben. Gern möchte ich gemeinsam mit den Zuhörern in die geheimnisumwitterte Welt der Höfe zu Lebzeiten der britischen Queen eintauchen“, so Sandra Lembke. „Schon lange interessieren mich die Lebenswege der weiblichen Palastangestellten im 18. und 19. Jahrhundert – wer waren sie, aus welchen Elternhäusern stammten sie, wie gelangten sie an den Hof, wie gestaltete sich ihr Alltag, was dachten und fühlten sie?“

Die Historikerin begann schon im vergangenen Jahr mit den Recherchen, die sehr umfangreich waren und es weiterhin sind. Es finde sich immer irgendwo eine Quelle, die noch ausgewertet und zumeist aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt werden müsse. Nun freue sie sich darauf, den Zuhörern bereits in diesem ersten Vortrag teilweise völlig neue, bisher vermutlich unbekannte Fakten präsentieren zu können. Wo es möglich ist, stelle sie bei ihren Recherchen fundierte „Gegenproben“ an und nehme vor allem Zeitzeugenberichte unter die Lupe. Solch einen Fall habe sie nun kürzlich überprüft und anhand eines  zeitgenössischen Berichts in einigen Punkten revidieren können.

In der Reihe über das Alltagsleben von Königin Sophie Charlotte und ihren Zeitgenossinnen spielen nicht nur die dienstbaren Geister eine wichtige Rolle, sondern auch die Themen Mode, Kosmetik, Essen und Trinken oder die Suche nach dem Mann fürs Leben. Sandra Lembke hat sich für die Zuhörer wieder die eine oder andere Überraschung ausgedacht. Eines darf ich schon verraten: Im Kleiderschrank der Autorin hängt inzwischen ein zweites Rokoko-Kleid …