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Ein paar Leute mehr hätten es noch sein dürfen bei einer Buchpremiere, von der es so schnell keine zweite geben wird. Die Neustrelitzer Autorin Sandra Lembke hat bei der Vorstellung von „Scheuersand und Schnürkorsett – Wie Frauen lebten und litten“ am Donnerstagabend in der Buchhandlung Wilke nun wirklich alle Register gezogen.
Nicht nur, dass die Residenzstädterin in einem eigens geschneiderten Kleid des Jahrgangs 1900 erschien, konnten die Besucher auch zusehen, wie anno dunnemals ein Korsett geschnürt wurde. Natürlich nicht auf nacktem Leib. Es gab die Möglichkeit, an einem nachgemixten Haarwasser von einst zu riechen, Ururomas Unterbuxe im stofflichen Original zu befingern oder nachzuempfinden, wie so ein 2,5 Kilogramm schweres Kohlebügeleisen unserer Altvorderen in der Hand lag. Natürlich gab es neben der Lesung aus dem neuen Buch auch eine Frage-Antwort-Runde, und der eine oder andere Band wurde von Sandra Lembke signiert.
„Eine sehr vergnügliche Veranstaltung“, befand die Hobby-Historikerin im Gespräch mit mir. „Mir geht es auch in meinem dritten Buch darum, Geschichte mal anders zu vermitteln. Es geht einfach zu viel verloren. Diesmal habe ich eben alle Sinne angesprochen.“
Besonders dankbar ist die 38-Jährige dem Team der Buchhandlung Wilke, „das sich so viel Mühe mit der Vorbereitung des Abends gegeben hat. Es war schon ganz besonders, inmitten von Büchern sein Buch vorstellen zu dürfen.“ Weitere Lesungen sind vorgesehen. Bei mir wird zuerst zu lesen sein, wo sie stattfinden. Konkrete Termine sind noch nicht zu Ende verhandelt, denn eines muss man über Sandra Lembkes Kalender wissen: Bücher schreibt sie im Nebenberuf.