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Es ist sicherlich nicht die feine englische Art, einen Minister in aller Öffentlichkeit „Lakai, Emporkömmling und Totengräber“ zu titulieren. So geschehen Mathias Brodkorb (SPD) am Montagabend vor dem Neustrelitzer Theater auf einem Transparent. Nun könnte man unterstellen, Brodkorb hat den Braten gerochen. Aber der Mann liegt wirklich im Krankenhaus. Und so kam er nicht in die Höhle der Löwen. Sein Staatssekretär Sebastian Schröder musste Volkes Zorn abfassen und mit nach Schwerin nehmen. Aber vielleicht ist es auch höchste Zeit für die derbere mecklenburgische Art. Eigenes Engagement für die Theater in MV lässt Schröders Dienstherr im Kultusministerium jedenfalls nicht erkennen, da ist man sich in der Residenzstadt einig.

Die sichtlich geladenen Theaterfreunde konnten aus der Diskussion nichts mit nach Hause tragen, abgesehen von bekannten nüchternen Zahlen. Nun haben die Volksvertreter in Neustrelitz, Neubrandenburg und im Kreistag das letzte Wort. In einem Land, wo der Rotstift auch um die Kultur keinen Bogen macht, sie als Haushaltsstelle wie jede andere behandelt wird, braucht man sich aber keinen allzu großen Illusionen hinzugeben. Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund hat nach Art „Fasse einem nackten Mann in die Tasche“ noch im Theater ein Vorspiel gegeben. Oder die Kommunen lassen mit hinhaltenden Beschlüssen die Zeit für sich arbeiten, die Brodkorb langsam davon läuft. Denn 2016 sind Neuwahlen im Land.

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