Schlagwörter

, ,

Regelmäßige Leser meiner Kolumnen wissen, dass ich zu Bäumen ein besonders inniges Verhältnis habe. Noch heute leide ich beispielsweise unter dem Verlust meiner Birke im Garten. Die hatte ihren gelben Blütenstaub überall verteilt und war deshalb von meiner Holden so lange verteufelt worden, bis ich um des lieben Friedens willen nachgab. Bei jedem Birkenscheit, den ich in den Kamin stecke, gedenke ich noch immer meiner „Berjoska“. Und leiste an den anderen Bäumen im Garten Wiedergutmachung.

Umso mehr ärgern mich Zeitgenossen, die Bäume missbrauchen. Wie der Mensch, der im Großraum zwischen Wesenberg, Quassow und Userin ein Grundstück sucht und sich ein Inserat spart, indem er Baumstämme bepflastert. Grundstücksgröße, Zaunwünsche, Anschluss für Strom und Wasser, Bungalow oder Haus, Miete oder Pacht, ja sogar die erhoffte Lage hat der unter einer Funknummer Erreichbare ausgehängt. Das ist schon dreist. Oder, um mal bei Bäumen zu bleiben: Das bringt Strelitzius auf die Palme. Ich würde solchen Leuten, die offenbar nicht mal das Geld für eine Anzeige aufbringen können oder wollen, jedenfalls nichts überlassen. Schon gar kein Grundstück.

Apropos Bäume: Die von mir an dieser Stelle gefeierte, grün angestrichene Neu-Allee zwischen Useriner Mühle und Lindenberg ist jetzt zwecks Schutzes vor Schädlingen geweißt worden. Möge es nützen! Mit ein bisschen Phantasie kann man sich das Ensemble als Birkenreihe schön gucken. Unsereins ist ja nicht vom Fach. Offenbar wurde zuerst grundiert. Hoffentlich verwechseln Autofahrer nun im Dunkeln die Stämmchen nicht mit den Leitpfosten am Straßenrand.