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Es gibt so Wörter, die sich langsam aus dem Sprachgebrauch schleichen. Als Kind hat mich meine Mutter noch zum Schlächter geschickt, wenn es um ein Wiener Würstchen für die Schulpause ging. Der wurde später zum Fleischer, bevor er nun auch irgendwann aus meinem Vokabular verschwinden wird. Ich bekennen, dass meine Holde Fleisch und Wurst zu 100 Prozent aus der Kühltheke im Supermarkt holt. Aber die Erinnerungen, die machen sich nicht so schnell vom Acker, und so habe ich jetzt wochenlang Geschmacksfäden gezogen. Zwei Mal pro Tag wurde ich in Höhe Gaststätte „Bootshaus“ in Neustrelitz im Vorbeifahren zu „Schlachtewochen“ eingeladen. Und schon hatte ich den Geruch von Gesottenem und Gebratenem in der Nase.

Die „Schlachtewochen“ sollten übrigens Ende Februar beendet sein. Aber auch gestern war das Transparent am Straßenrand noch gespannt und hat das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Nun kommen die nächsten „Schlachtewochen“ bestimmt, aber eine kleine Werbepause wäre trotzdem ganz angenehm. Sonst nutzt sich der Effekt noch ab. Und das kann der Wirt vom „Bootshaus“ nicht wollen. Wobei er sich möglicherweise doch durch ein gewisses Beharrungsvermögen auszeichnet. Oder durch Effektivität. Auf seiner Internetseite werden unter der Rubrik „Verantaltungen“ Steakwochen im November beworben. Wohlweislich ohne Jahresangabe.