Mia (links) und Luna mit gut drei Monaten. Fotos: DBK Neubrandenburg
Bei ihrer Geburt am 22. Juli waren sie echte Leichtgewichte: Mia wog ca. 920 Gramm, Luna sogar nur 800. Als sie dieser Tage mit ihrer Mutter wegen einer Impfung noch mal auf der K21, der Kinderintensiv- und Frühchenstation des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg waren, sorgte das für große Freude beim Team angesichts der Zwillinge, die sich auch zu Hause weiter super entwickelt haben und inzwischen knapp drei bzw. zweieinhalb Kilo auf die Waage bringen.
Zum Weltfrühgeborenentag im November wird die Frühchenstation jedes Jahr geschmückt. Das Frühchentreffen findet in diesem Jahr aber schon am 4. September in der Friedenskirche statt. Fotos: DBK
Der Welt-Frühgeborenentag wird zwar erst am 17. November begangen, aber das Team der Kinderintensiv- und Frühchenstation des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg lädt diesmal bereits am Mittwoch, 4. September, zum Frühchentreffen ein, das alle zwei Jahre stattfindet. Die Organisatoren hoffen durch den früheren Termin auf besseres Wetter, sodass auch viele Angebote im Freien gemacht werden können. Von 14.30 bis 18 Uhr sind ehemalige Frühchen des Hauses mit ihren Familien in und an der Friedenskirche neben dem Klinikum willkommen.
Das Stationsteam hat alle Familien mit Kindern unter 1500 Gramm Geburtsgewicht, die seit 2020 im DBK geboren wurden, angeschrieben und eingeladen. Es sind aber natürlich auch alle Frühchen aus den Jahren davor gern gesehen. Die kleinen Gäste können sich auf Kinderschminken, Bastelstraße, Glücksrad und Hindernisparcours freuen. Kranke Puppen und verletzte Plüschtiere können mitgebracht werden. In der Teddysprechstunde werden sie abgehört und gewogen, mit Verbänden und Pflastern versorgt. Es gibt Kaffee, Getränke, Kuchen, frisch gebackene Waffeln und einen kleinen Imbiss. Natürlich ist Zeit, mit den Mitarbeitenden der Station und anderen Eltern ins Gespräch zu kommen.
Mandy Przygodda (links), Josephine Großmann und Katrin Scheele von der Frühchenstation nahmen die Spende von Thorben Knobloch, Johannes Wenda und Tobias Mandelkow (von rechts) entgegen. Foto: DBK Neubrandenburg
Mit 200 bis 300 Euro hatte Initiator Johannes Wenda maximal gerechnet. Dass am Ende 550 Euro in dem kleinen Karton unterm Puppenstrampler steckten, hat ihn und die anderen Organisatoren des Penzliner Fußballturniers am 1. Mai echt überrascht – und das Team der Neubrandenburger Frühchenstation sehr bewegt.
„Das berührt uns schon ganz schön“, sagte die pflegerische Stationsleiterin Katrin Scheele bei der Übergabe der Spende. Bei so einem Freizeitfußballturnier haben Spieler und Zuschauer in der Regel nur Kleingeld für Bratwurst und Getränke in der Tasche. Doch viele Menschen hatten schon im Vorfeld unter anderem bei Strelitzius gelesen oder gehört, dass beim traditionellen 1.-Mai-Turnier Spenden für die Frühgeborenen-Station im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum gesammelt werden.
Johannes Wenda (Zweiter von links) und mehrere Spieler seiner Fußballmannschaft holten diese Woche am DBK eine Spendenbox für ihr Turnier am 1. Mai ab, die Schwester Mandy Przygodda (rechts) gestaltet hat. Foto: DBK
Er war selbst ein Frühchen, kam vor rund 21 Jahren sechs Wochen vor der errechneten Zeit in Neubrandenburg zur Welt. „Meinen Eltern war damals ganz bange“, weiß Johannes Wenda. Umso schlimmer findet es der Penzliner, dass dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum die Behandlung extrem kleiner Frühgeborener seit dem vergangenen Jahr untersagt ist. Durch eine neue Mindestmengenregelung dürfen Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm nur noch in Kliniken betreut werden, die mindestens 25 solcher Fälle im Jahr aufweisen. Diese Zahl schafft das DBK nicht und darf deshalb nur noch Frühchen mit mehr als 1250 Gramm Geburtsgewicht behandeln.
Johannes Wenda, ein begeisterter Freizeitfußballer, hat sich darüber so aufgeregt, dass er seinen Mannschaftskameraden vorschlug, etwas für die Frühchenstation in Neubrandenburg zu tun. Sie waren sofort einverstanden und deshalb werden beim Fußballturnier am 1. Mai ab 10 Uhr in Penzlin Spenden für die Allerkleinsten gesammelt.