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Matthias Baerens beantwortet eine Frage. Foto: Franziska Wilbrandt

Am 20. April fand im Engelschen Hof in Röbel die Grünschnack-Veranstaltung „Fake News & KI: Was kann ich noch glauben und wie kann ich handeln?“ statt. Matthias Baerens, Autor und freier Journalist aus Schwerin, teilte seine Erfahrungen mit 24 Teilnehmenden. Philip Wilbrandt war dabei und hat mir den Bericht geschickt.

Fake News und KI-generierte Inhalte begegnen uns täglich in der digitalen Welt. Durch einige sollen wir gezielt manipuliert werden. Ob dies der Fall ist, bzw. wie verlässlich eine Information ist, wird immer schwerer zu erkennen. Zumal wir die Inhalte oft von Bekannten, Freunden oder Familienmitgliedern erhalten, denen wir vertrauen. Aber wenn wir nicht wissen, ob eine Information stimmt, we können wir uns objektiv eine eigene Meinung bilden? Deshalb muss jede/r Texte, Bilder oder Videos darauf prüfen, ob es sich um Fake News oder KI-integrierte Inhalte handelt. Aber können wir das erkennen?

Matthias Baerens präsentierte einen Artikel von der Homepage der Bündnisgrünen über den letzten Grünschnack. Er fragte die Anwesenden, ob jemand damals dabei war, da er sich über Inhalt und Stil wundere. Erst nach einigen Minuten Diskussion und kollektiver Verwunderung klärte er auf, dass er den Artikel manipuliert hatte. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie schnell wir durch Fake News beeinflusst werden. Weitere Beispiele insbesondere von TikTok folgten.

Checkliste hilft

Um Fake News zu erkennen, hilft die „Desinformations-Checkliste“:
 Quelle prüfen
 Genau hinschauen (nicht nur die Überschriften lesen)
 Vergleichen mit anderen Quellen
 Datum prüfen (aktuell oder aus einem älteren Beitrag kopiert?)
 Haha – könnte das ein Scherz sein?
 Fachmeinung einholen
 Eigenen Verstand benutzen
 Bilder-/Videosuche durchführen durch sogenannte „Rückwärtssuche“ Tools, die danach suchen, ob dieses Bild schon in einem anderen Kontext verwendet wurde.
 Gefühle kontrollieren: Löst der Beitrag bei mir Wut oder Angst aus und wieso?
 Algorithmen bedenken – liegt eine ausgewogene Mischung an Inhalten vor?

KI-Systeme wie ChatGPT verstehen nicht wirklich den Sinn von Fragen und geben „die richtige“ Antwort. Vielmehr funktionieren sie rein probalistisch, d.h. sie geben lediglich Antworten, die sie für wahrscheinlich erwünscht halten. Daher ist es bei der Verwendung von KI wichtig, die richtige Frage zu stellen, z.B. wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis eintritt? Oder könnte diese Aussage in einem wissenschaftlichen Journal publiziert werden?

Mit großen Datenmengen gefüttert

KIs können mit großen Datenmengen „gefüttert“ werden, das heißt, es wird gezielt Einfluss genommen, damit die KI eine bestimmte Meinung / Fakten vertritt. Ähnliches ist auch bei Googles Suchmaschine bekannt. Mithilfe von KI-optimierten Webseiten wird aktiv Einfluss auf das Ranking der Antworten auf Google-Anfragen genommen. Gerade finanzstarke oder sehr große Interessensgruppen können so Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung nehmen. Insofern wird die Quellenverifizierung immer wichtiger, aber auch immer aufwendiger. Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wäre hilfreich, z.B. durch spezielle Wasserzeichen, hinkt aber immer den neusten Entwicklungen in diesem sich sehr schnell verändernden Feld hinterher.

In der Diskussion wurde betont, dass Eltern und Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, auch moderne Plattformen wie TikTok grundsätzlich verstehen müssen, um die Fragen und Probleme der Jüngeren nachvollziehen zu können, um mit ihnen auf Augenhöhe diskutieren zu können.

Der Grünschnack ist eine Veranstaltungsreihe, in der aktuelle Themen zur Diskussion gestellt werden, organisiert vom Ortsverband Röbel von Bündnis90/Die Grünen.

Nächster Termin: Bürgersprechstunde mit Jutta Wegener, Mitglied des Landtages, am Montag, 4. Mai, um 18 Uhr, im Sitzungssaal vom Rathaus Röbel.