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Glosse

Tempo 10 in der Useriner Straße…

Mit Schuldzuweisungen soll man ja bekanntlich vorsichtig sein. Das Wissen darum ist allerdings das eine, die Praxis das andere. Ich habe mich dieser Tage mächtig im Autohaus meines Vertrauens in Neustrelitz blamiert. Da war ich wegen Ausfalls der Assistenzsysteme an meinem fahrbaren Untersatz vorstellig geworden. Klarer Garantiefall, dachte ich ich, aber weit gefehlt.

Man hätte mir ja auch seinerzeit bei Übergabe des Neuwagens sagen können, dass der nicht nur überall Abstandssensoren und Kameras vorn und hinten hat. Die ich alle gereinigt hatte. Nee, das Hightech-Stück hat auch noch oberhalb der Stoßstange ein so ziemlich unsichtbares Radar. Und genau da klebte ein Eisklumpen…

Nach dem peinlichen Auftritt meinerseits bin ich also zurückhaltend mit vorschnellen Urteilen. Andererseits, die beiden Angeklagten können sich ja nicht wehren. Und so gebe ich mal zu Protokoll, dass die Useriner Straße und der Bürgerseeweg in Neustrelitz aktuell offenbar eine gehörige Macke haben. Jedenfalls fordert mich mein Auto auf der Erstgenannten ohne ersichtlichen Grund neuerdings auf, stadtauswärts Tempo 10 zu fahren. Wusste gar nicht, dass es das für Automobilisten überhaupt gibt. Nachdem mir mehrfach Stinkefinger von anderen Verkehrsteilnehmern gezeigt wurden, von Hupkonzerten und riskanten Überholmanövern ganz zu schweigen, ignoriere ich die Aufforderung zum Schleichgang einfach.

Anders im Bürgerseeweg. Den könnte ich jetzt zwischen Schliemannweg und Postfrachtzentrum mit 100 Sachen durchfegen, wollte ich der Angabe meines vierrädrigen Schlaumeiers folgen. Was ich natürlich nicht tue, ich hänge an meinem Führerschein.

Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass das Phänomen sich auf die beiden genannten Straßen beschränkt. Weiß der Fuchs, was denen schadet. Oder doch meinem Wägelchen? Der Werkstatt bleibe ich jedenfalls erst einmal fern. Die lachen sich scheckig, wenn ich das vortrage.

…und Tempo 100 im Bürgerseeweg.