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Ich fange heute mal ganz hinten an: bei der Worcestersauce. Von der mir schon mein Vater selig zu Kindeszeiten eingebläut hat, dass sie sich „Wuster“ und nicht „Worschester“ ausspricht. Den Bildungsvorsprung habe ich nun anderen Zeitgenossen voraus mit dem Ergebnis, dass unsereins auf eigenes Verlangen in Gaststätten nicht verstanden wird. Unser dreijähriger Enkel fährt inzwischen auch schon auf die würzige Zutat ab, quasi in dritter Generation. Nur mit dem Sprachlichen hapert es altersbedingt noch. Aber, das wird. Und noch immer kommt die Spezialität aus Altenburg auf den Tisch. Von wegen, englische Küche…

Dieses Wochenende war mal ausreichend Zeit zum Küchenexperiment. Ein Pfund Rinderhack und 250 Gramm kräftiger Bergkäse waren gesetzt. Denen habe ich nicht weniger als drei säuerliche Äpfel, drei Möhren, eine Paprikaschote, zwei Chilischoten, eine Zwiebel, vier Knobizehen, 300 Gramm Sellerie, vier Eier und drei gehäufte Teelöffel Meerrettich hinzugesellt.

Zwiebel, Chili und Knobi habe ich fein gehackt und die Hälfte des Käses fein gewürfelt. Die Zutaten wurden mit dem Fleisch, zwei Eiern und Semmelmehl verknetet. Die Masse habe ich mit Cayennepfeffer, Pfeffer und Salz wenig zurückhaltend gewürzt. Dann habe ich eine Auflaufform mit Olivenöl ausgepinselt und das angereicherte Hack auf dem Geschirrboden ausgebreitet. Würfel einer Paprikaschote habe ich leicht hineingedrückt.

Die Holde zur Stelle

Jetzt begann das große Raspeln, und da war die Holde zur Stelle. Äpfel, Sellerie und Möhren wurden von ihr zerspant und in einer Schüssel mit ein paar Schüssen Zitronensaft beträufelt. Dann kam noch der Meerrettich hinzu, alles wurde vermischt, ebenfalls mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer veredelt und über das Hackfleisch in die Auflaufform gestrichen. Erneut ein bisschen Druck.

Dritter Akt: 250 Milliliter Kochsahne habe ich mit den übrigen zwei Eiern und der anderen Hälfte Käse, wieder fein gewürfelt, verquirlt. Salz, Pfeffer kommen nochmals zum Einsatz, dann die Flüssigkeit gleichmäßig über das Gratin gießen. Die Auflaufform in den auf 200 Grad oben und unten vorgeheizten Ofen schieben und etwa 45 Minuten garen, bis die Oberfläche bräunt.

Und da ist sie wieder: Quadrate abstechen, auf den Teller bugsieren und mit ein paar Spritzern Worcestersauce versehen. Dazu passen Tomaten, Rucola, Nüsse, Kräuter, aber auch Chips und Gewürzgurken, wie in unserem Fall. Übrigens: Tag 2 ist auch nicht zu verachten. Da waren die besten Reste über Nacht draußen auf der Terrasse so richtig durchgestockt und haben der Mikrowelle beim Aufwärmen vortrefflich widerstanden. Fruchtig-gemüsig-fleischliches Gaumenvergnügen garantiert!