
Für alle, die es noch nicht wussten: Kochen kann so simpel sein! Fast scheue ich mich, das Folgende als Rezept zu deklarieren. Aber, es hat so gut geschmeckt, dass ich es jetzt unmöglich für mich behalten kann. Zumal sich der Einkauf dank unseres von der Holden geführten, extrem gut sortierten Kühlschranks sehr in Grenzen hielt. Ein Bund Frühlingszwiebeln und zwei mittelgroße Zucchini, mehr war nicht aus der Kaufhalle zu holen.
Bei den Zwiebeln habe ich das Weiße vom Grünen getrennt und geviertelt. Die Zucchini wurden mundgerecht gestiftelt. Immer wieder höre ich, dass Leute das Kürbisgewächs schälen. Kommt bei mir nicht in die Küche, der Frevel, ordentlich abwaschen und Außenhaut dran lassen. Schon wegen der Optik. Abgesehen davon, wandern Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sonst in den Mülli.
Illusion Schinkenwürfel
Dauerleser meiner Kochempfehlungen werden es wissen: Unserer Kühlschrank enthält immer magere Schinkenwürfel. Die sind lange haltbar und passen zu unendlich vielen Gerichten. 250 Gramm von ihnen tauchen so gut unter dem Gemüse ab, dass sie zumindest die Illusion vegetarischer Ernährung schaffen. Zur Fraktion der Fleischverächter gehören werde ich hingegen wohl bis an mein selig Ende nicht.
Dann habe ich noch Radieschen gefunden, eine Handvoll davon in Scheiben geschnitten. Mit ihrer zunehmenden Marktpräsenz freunde ich mich mit Datteltomaten an. Ein Dutzend der Invasoren in deutschen Gemüseabteilungen habe ich halbiert. Dann war da noch die rote Paprika. Die hat sich schon seit zwei Wochen gefragt, ob wir sie wohl zum Ladenhüter verdammt haben. Haben wir nicht, wir lassen (fast) nichts umkommen, was als Lebensmittel daherkommt. Die Schote habe ich entkernt und in Streifen verwandelt. Mit dem Knobi ist es wie mit den Schinkenwürfeln: Der geht uns auch nicht aus. Vier Zehen, fein gehackt, runden die Mischung ab.
Die Asien Abgeluchste gewinnt
Unter zehn Pfannen, die ich mittlerweile um mich versammelt habe, ist die Wok-Pfanne ob ihrer Vorzüge wahrscheinlich am meisten beschäftigt. Welche das sind, kann man googeln, den Schlaumeier mache ich hier nicht. Auch diesmal gewinnt die Asien Abgeluchste die Auswahl und wird mit zwei Esslöffeln Olivenöl auf maximal hochgeheizt. Zunächst fliegen Schinken, Zwiebel und Knobi ein, bekommen eine zweiminütige Dröhnung. Nun folgen Zucchini und Paprika, der Holzspatel gibt alles. Nach noch einmal zwei Minuten steigen die Radieschenscheiben ein, und dann gibt es noch eine Aufwärmminute für die Tomatenhälften. Salz, Pfeffer, Thymian, Majoran sind gern gesehene Partygäste.
Die heiße Phase hat in eben mal einen Absatz gepasst! Unglaublich! Jetzt noch das Zwiebelgrün in Röllchen untermischen, das Essen anrichten und mit geriebenem frischem Parmesan überstreuen. Vielleicht noch ein Scheibchen ofenfrisches Brot dazu. Ich gehe bestimmt zurückhaltend mit Ausrufezeichen um. In diesem Fall gleich noch eines, aber hallo!
