
Auf Antrag von Mecklenburg-Vorpommern hat die Umweltministerkonferenz heute in Münster den Umgang mit der Tierart Wolf beraten. MV-Ressortchef Dr. Till Backhaus bezeichnete die Verhandlungen als „Durchbruch“: „Seit über 15 Jahren arbeite ich an dem Thema, und heute haben wir den Gordischen Knoten durchgeschlagen. Ich bin sehr froh, dass wir uns auf einen guten Kompromiss zwischen Artenschutz und Nutztierhaltung verständigen konnten. Dies war ein langer und schwieriger Prozess, vor allem mit Blick auf die unterschiedlichen Problemlagen in den Ländern. Wir werden die schnelle Entnahme von schadenstiftenden Wölfen in Gebieten mit erhöhtem Rissaufkommen nun auch praktisch umsetzen können.
Mit meinen Länderkollegen habe ich bereits vereinbart, dass wir uns nun zeitnah auf ein möglichst einheitliches Verfahren verständigen. Dazu gehört auch, dass die Länder Gebiete mit erhöhtem Rissaufkommen festsetzen müssen. Eine genetische Individualisierung des schadensstiftenden Wolfs vor der Abschussgenehmigung ist für eine Entnahme in diesen Gebieten nicht erforderlich. Unser erklärtes Ziel ist, dass wir vor Beginn der kommenden Weidesaison die dafür nötigen Schritte umsetzen.“
Zahlen zum Wolf
Nach aktuellen Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf in Deutschland gab es im Monitoringjahr 2022/2023 insgesamt 184 bestätigte Rudel, 47 Paare und 22 territoriale Einzeltiere; insgesamt 1.339 Wolfsindividuen (Rudel: Brandenburg (52), Niedersachsen (39), Sachsen (38), MV (19). Im vorhergehenden Monitoringjahr 2021/2022 wurden 162 Rudel, 58 Paare und 25 Einzelwölfe nachgewiesen. 2021/2022 gab es 148 Totfunde, 2022/2023 159 Totfunde, davon 125 nach Verkehrsunfällen.