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Die Ausrüstung einer Kontrolleurin auf der Zerkarien-Jagd.

Baualgen sind im Melzer See aufgetreten. Fotos: Landkreis

Die Hitze macht unseren Seen zu schaffen. Die Kontrolleure vom Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte haben bislang Blaualgen im Melzer See festgestellt. Entsprechende Warnhinweise sind an der Badestelle angebracht worden.

Und seit Wochenbeginn kam es bei Badenden in Klink (Müritz) vermehrt zu juckenden Hautirritation; betroffen waren insbesondere Kinder. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat daraufhin Untersuchungen durchgeführt und verschiedene Wasserproben entnommen. Hierbei wurden – wie vermutet – Zerkarien nachgewiesen, die als Verursacher der Hauterscheinungen (Zerkarien- oder Badedermatitis) bekannt sind und in der Natur in Binnengewässern vorkommen. Wassertemperaturen über 20 Grad begünstigen deren Vermehrung; darum führen die jetzt durchgängig hohen Temperaturen natürlich insbesondere in ufernahen Flachwasserbereichen zu optimalen Lebens- und Vermehrungsbedingungen. Das erklärt auch, warum häufig Kinder von den Hauterscheinungen betroffen sind: Kinder halten sich vor allem dort in den Uferbereichen auf.

Generell handelt es bei diesem Phänomen – wie z. B. auch bei der Algenblüte – um normale und natürliche Vorgänge in Binnengewässern, die bei sommerlichen Temperaturen typisch sind. Bei der Badedermatitis oder Zerkariendermatitis kommt es zu stark juckenden Hauterscheinungen in den betroffenen Körperregionen Es bilden sich leicht rötliche und juckende Quaddeln auf der Haut Die Ursache sind meist kleine Larven von Saugwürmern (Trematoden), die in die Haut eindringen. Normalerweise befallen diese Zerkarien Wasservögel, besonders Enten, der Mensch ist für sie ein sogenannter Fehlwirt. Die Zerkarien sind durch den Juckreiz zwar unangenehm, jedoch ungefährlich. Weil die Lebensdauer der Larven nur sehr kurz ist, halten die Reizerscheinungen in der Regel nur wenige Stunden an und klingen dann folgenlos ab; eine spezifische Behandlung ist nur bei ausgedehnter Reaktion oder anhaltenden Entzündungserscheinungen. Dazu kommt es durch das Kratzen, weil Keime eindringen können.

Zerkarien sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Weil das Vorkommen an Wasservögel gebunden ist, sollten – insbesondere während anhaltender Wärmeperioden – Gewässerbereiche mit größeren Wasservogelpopulationen (z. B. Enten) zum Baden gemieden und die Tiere nicht durch Füttern oder weggeworfene Nahrungsmittel angelockt werden.

Da Zerkarien während der Schwärmzeit, die circa eine Woche dauert, vor allem in flachen Uferbereichen vorkommen, sollten diese gemieden werden. Tiefer (kühlere) Wasserbereiche sind meist ungefährlich. Zerkarien benötigen durchschnittlich vier Minuten zum Eindringen in die Haut. Deshalb sollte nach dem Baden der Körper zuerst gut abgetrocknet, besser richtig abgerieben, werden. Duschen begünstigt das Überleben der Zerkarien und das Eindringen in die Haut. Deshalb sollte es erst etwas später folgen.