Schlagwörter

, ,

Im Rahmen des Demokratiefestes am 1. Mai im Kulturpark Neubrandenburg wird gegen 13 Uhr die neu errichtete Gedenkstele zu Ehren der zivilen Opfer der letzten Kriegstage in der Stadt eingeweiht. Die Stele wird sich südlich der Oberbachbrücke an der Fischerinsel in der Nähe des Bootsverleihs befinden, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

Am Abend des 28. April 1945 erreichten die ersten Einheiten der Roten Armee den Stadtrand von Neubrandenburg. Am 29. April wurde die Stadt eingenommen. Die Angst vor Rache und Plünderungen, Totschlag und Vergewaltigungen ließen viele Menschen derart verzweifeln, dass sie keinen anderen Ausweg sahen, als den Freitod für sich und ihre Familien zu suchen. Viele Verzweifelte nahmen sich im Tollensesee das Leben.

Eleonore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs, hat dazu bereits 2009 geforscht und dies auch publiziert. Sie hat umfangreiche Datenmengen der Friedhofsbehörde, aus Standesamtsregistern, aus dem Leichenregister des Neuen Friedhofs, von der Gräberliste des Soldatenfriedhofs, die Totenliste des deutschen Militärhospitals Neubrandenburg und Dokumente der Sargtischlerei Martiens für die Zeit vom 29. April bis zum 30. September 1945 ausgewertet.

152 Suizid-Opfer sind namentlich belegt. Aus der Publikation geht aber auch hervor, dass durch die Kriegswirren und die zahlreichen Flüchtlinge in der Stadt niemals alle Toten eindeutig identifiziert werden konnten. Auch wurden niemals alle gefunden.