„Lungenemphysem und COPD – Sprays, Sport oder Intervention?“ – das ist das Thema einer Weiterbildungs- und Informationsveranstaltung, zu der das Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte am Mittwoch, 6. November, nach Waren einlädt. Neben Fachleuten aus Medizin und Pflege sind auch Betroffene und Interessierte herzlich willkommen zu dem Forum, das von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr im Tagungsraum des Restaurants Paulshöhe (Paulshöhe 2 in Waren) stattfindet. Dabei geht es um verschiedene Therapiemöglichkeiten der beiden chronischen Lungenerkrankungen, die häufig parallel auftreten, aber auch den Stellenwert von Reha-Maßnahmen und das Potenzial von Lungensportgruppen. Das Programm im Anhang.
Dr. med. Wolfram Klemm (links) und seine ärztlichen Kollegen Katrin Winter und Nawar Massoud bei einer anatomischen Resektion an der Lunge eines Tumor-Patienten.Fotos: DBK
Acht Monate nach seiner Gründung hat das Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte (Strelitzius berichtete) einen ersten Meilenstein zur bestmöglichen Versorgung von Patienten mit Lungenerkrankungen erreicht. Das Netzwerk erfüllt die neuen gesetzlichen Mindestmengen für anatomische Resektionen bei Lungenkrebs bzw. Metastasen. 75 solcher thoraxchirurgischen Eingriffe müssen Kliniken jährlich mindestens nachweisen, damit ihnen diese Eingriffe auch künftig erlaubt sind. Innerhalb des Lungenzentrums werden diese Operationen im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum durchgeführt; mit der Gesamtzahl aus dem zweiten Halbjahr 2023 und dem ersten Halbjahr 2024 ist die Vorgabe für den ersten Nachweis-Zeitraum erfüllt. Die Verantwortlichen sind sehr froh, dass Patienten aus der Region dadurch weiter wohnortnah versorgt werden können und ihnen weite Wege erspart bleiben.
Eine Versorgung in hoher Qualität, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ist erklärtes Ziel der Kooperationspartner im Lungenzentrum. Deshalb sind Fortbildungen ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit. Kürzlich fand bereits die dritte Weiterbildungsveranstaltung des Netzwerks in Neubrandenburg statt, diesmal zum Thema Lungenmetastasen. Sie können nicht nur in Verbindung mit einem Lungenkarzinom auftreten, sondern auch Folge zahlreicher anderer Krebserkrankungen sein. Ärztinnen und Ärzte aus der Urologie, der Gynäkologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Onkologie beurteilten das Risiko von Lungenmetastasen aus Sicht ihres Fachbereiches. Sind Patienten davon betroffen, wird interdisziplinär die richtige Therapie für jeden einzelnen Fall festgelegt. Das kann eine operative, strahlentherapeutische oder systemische Behandlung sein, aber auch interventionelle Verfahren der Radiologie kommen in Frage.
Mit einer Kooperation zwischen dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg und der Lungenfachklinik Amsee in Waren (Müritz) soll die Versorgung von Patienten mit Lungenerkrankungen in der Region weiter verbessert werden. Das neue Lungenzentrum Mecklenburgische Seenplatte nutzt die interdisziplinäre Expertise in beiden Häusern, vernetzt sich darüber hinaus mit weiteren Krankenhäusern wie dem MediClin Müritz-Klinikum in Waren sowie intersektoral mit ambulanten Kooperationspartnern und wird zusätzlich von der Evangelischen Lungenklinik Berlin unterstützt.
Im Zentrum sollen alle Erkrankungen der Lunge behandelt werden. Ein Schwerpunkt werden Tumorerkrankungen sein, die in gemeinsamen Tumorkonferenzen besprochen werden. Die medikamentöse Behandlung ist in beiden Kliniken stationär oder ambulant möglich, chirurgische Eingriffe werden in Neubrandenburg erfolgen. Für die strahlentherapeutische Behandlung steht die Strahlenklinik des DBK zur Verfügung. Hintergrund ist dabei auch die Festlegung neuer Mindestmengen für anatomische Resektionen bei Lungenkrebs. Mindestens 75 solcher thoraxchirurgischen Operationen müssen Kliniken jährlich nachweisen, damit ihnen diese Eingriffe auch künftig erlaubt sind.