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dokumentART, Kino, Latücht, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg

Mit 50 Filmen aus 20 europäischen Ländern präsentiert die dokumentART 2026 eines der umfangreichsten Wettbewerbsprogramme ihrer langjährigen Geschichte. Das Herzstück des Europäischen Filmfestivals ist damit so groß wie nur selten seit der Gründung vor 34 Jahren. Vom 6. bis 11. Oktober lädt die 32. dokumentART nach Neubrandenburg ein. Aus rund 1.000 Einreichungen hat das internationale Programmteam in einer intensiven Sichtungswoche 50 Filme für den Europäischen Wettbewerb ausgewählt. Sie werden in zehn Wettbewerbsprogrammen im Kino Latücht gezeigt.
Die Auswahl macht deutlich, wie vielfältig und lebendig das europäische Kurz- und Dokumentarfilmschaffen derzeit ist. Die Wettbewerbsfilme kommen unter anderem aus Portugal, Frankreich, Norwegen, Finnland, Polen, Deutschland, Spanien, Armenien, Belgien, Ungarn, Schweden, das Vereinigte Königreich, Tschechien, die Schweiz, die Ukraine, Lettland, Italien, die Slowakei und Griechenland. Mit Filmen aus 20 europäischen Ländern wird Neubrandenburg im Oktober also erneut für sechs Tage zu einem internationalen Treffpunkt für Filmkunst und gesellschaftlichen Dialog. Das Festival lädt dazu ein, gemeinsam Filme zu entdecken, die unsere Gegenwart befragen und mögliche Zukünfte sichtbar machen – neugierig, offen und nah am Leben.
„In einer Zeit, in der viele Filme unter wirtschaftlichem Druck entstehen, bleibt der Kurzfilm ein Raum für künstlerische Freiheit. Genau diese Vielfalt wollen wir bei dokumentART sichtbar machen: etablierte Filmschaffende und Debütanten, unterschiedliche Ästhetiken, Perspektiven und Erzählweisen – ein lebendiges Panorama des europäischen Films“, sagt Festival-Co-Leiterin Magda Jaroszewicz.
Dringendste Fragen unserer Zeit
Die zehn Wettbewerbsprogramme kreisen um einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: um das Verhältnis von Mensch, Natur und Klimawandel, um Herkunft, Identität und Erinnerung, um Arbeitswelten im Wandel, Wahrheit und Inszenierung im Zeitalter Künstlicher Intelligenz sowie um Nachbarschaft, Solidarität und Gemeinschaft.
Weitere Programme widmen sich persönlichen Archiven und Erinnerungen, Fragen nach Glaube und Sinn sowie Beziehungen jenseits romantischer Klischees. Die Filme erzählen Geschichten von ganz nah und ganz weit weg – und zeigen dabei, wie eng lokale Erfahrungen und globale Entwicklungen miteinander verbunden sind.
„Was uns in diesem Jahr besonders beeindruckt hat, ist die formale Offenheit vieler Arbeiten. Viele Filme überschreiten bewusst Genregrenzen, verbinden dokumentarische Beobachtung mit essayistischen, poetischen oder experimentellen Formen und eröffnen dadurch neue Zugänge zur Wirklichkeit,“ sagt Festival-Co-Leiterin Lisa Siomicheva.
Mit dem Europäischen Wettbewerb zeigt die dokumentART insgesamt 70 ausgewählte Filme in verschiedenen Sektionen. Dazu gehören Bridging Europe mit Filmen aus Deutschland, Polen und Frankreich, das YOU:dok für junge Menschen sowie das Entdeckerkino für Kinder und Familien.
Öffnung stärker denn je
Zum 32. Festival öffnet sich die dokumentART außerdem stärker denn je zur Stadt. Neben den klassischen Spielorten Kino Latücht und CineStar entstehen zahlreiche Veranstaltungen gemeinsam mit lokalen Partnern wie der Hochschule Neubrandenburg, der Regionalbibliothek, dem Café International und der Kunstsammlung Neubrandenburg. Die Festivalleitung möchte die dokumentART noch stärker als offenen Begegnungsraum erlebbar machen. Es geht um gutes Kino, aber genauso um Gespräche, Austausch und gemeinsame Erfahrungen – mit Filmschaffenden, Gästen und dem Publikum.
„Wir möchten, dass sich möglichst viele Menschen aus Neubrandenburg und der Region eingeladen fühlen, Teil des Festivals zu werden – als Gastgeber:innen für internationale Filmschaffende, als ehrenamtliche Helfer:innen oder einfach, um europäische Künstler:innen in ihrer Stadt kennenzulernen“, sagt Magda Jaroszewicz. Programme wie Nah, Näher, Meck-Pomm bringen Film bewusst an unterschiedliche Orte in der Stadt und verknüpfen regionale Perspektiven mit internationalen Themen. Für die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns ist das Festival damit weit mehr als ein kultureller Höhepunkt. Die dokumentART macht Neubrandenburg zu einem Ort internationaler Begegnung und zeigt, wie wertvoll Kultur als Brücke zwischen Regionen, Generationen und Perspektiven sein kann.
Besonderer Geist des Festivals
„Die dokumentART ist für Neubrandenburg etwas ganz Besonderes“, sagt Lisa Siomicheva. „Die Stadt der vier Tore öffnet im Oktober ihre Tore im übertragenen wie im ganz wörtlichen Sinne für Filmschaffende und Gäste aus ganz Europa. Diese Weltoffenheit, dieser Austausch und die Begegnung über Sprach- und Ländergrenzen hinweg machen den besonderen Geist des Festivals aus.“
Die Geschichte der dokumentART reicht bis 1978 zurück, als in der DDR das Nationale Festival für Dokumentarfilm und Fernsehen in Neubrandenburg stattfand. Seit dem Neustart 1992 als europäisches Filmfestival hat sich die Veranstaltung zu einem international anerkannten Ort für Filmkunst und gesellschaftlichen Dialog entwickelt. In 31 Festivaljahrgängen liefen 1.298 Wettbewerbsfilme.