Schuss- und Stichwaffen, die in der Wohnung des Tatverdächtigen sichergestellt wurden. Foto: Polizei
Ein 39-jähriger, mehrfach wegen Drogenhandels bekannter Mann sitzt nun in U-Haft. Die Drogenfahnder aus Neubrandenburg haben am vergangenen Freitag die Wohnung des Tatverdächtigen in Altentreptow durchsucht. Die Wohnungstür des 39-Jährigen wurde durch das SEK aufgesprengt, damit ein sofortiger Zugriff ermöglicht werden konnte. Die Einsatzkräfte hatten durch Vorermittlungen Hinweise dazu, dass der Mann Waffen besitzen könnte.
Der Verdacht bestätigte sich. In der Wohnung lagen griffbereit unter anderem mehrere Schuss- und Stichwaffen (s. Foto) sowie Drogen in nicht geringer Menge, darunter Kokain, LSD und Ketamin mit einem Straßenverkaufswert von etwa 12.000 Euro.
Gegen den 29-jährigen deutschen Tatverdächtigen, der im Verdacht steht, auf dem Fusion-Festival in Lärz mit Drogen gehandelt zu haben (Strelitzius berichtete), wurde Haftbefehl erlassen. Das Amtsgericht Waren ist dem Haftbefehlsantrag der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg gefolgt.
Die Polizei sucht einen bis dato unbekannten Zeugen, der mit einem Hinweis verhindert hat, dass Besucher des Fusion-Festivals in Lärz von einem Dealer harte Drogen wie die gefährliche Pille „Blue Punisher“ kaufen und konsumieren konnten. „Bitte wenden Sie sich unbedingt an die Polizei Röbel unter 039931 8480„, so der Zeugenaufruf. Zur Erinnerung: Diese Ecstasy-Pille hat einer 13-Jährigen am Montag das Leben gekostet sowie zur medizinischen Behandlung einer 14- und einer 15-Jährigen im Klinikum Neubrandenburg geführt (Strelitzius berichtete).
Dem Unbekannten war der Verdächtige beim Versuch mit Drogen zu handeln am gestrigen Mittwoch gegen 16.30 Uhr aufgefallen. Er hat daraufhin einen Hinweis an die Crew gegeben, die wiederum die Fusion-Security informiert hat. Nachdem die Security bei dem Verdächtigen Betäubungsmittel und Bargeld in großen Mengen gefunden hatte, wurde die Polizei hinzugezogen. Die Beamten haben den 29-jährigen wegen des Verdachts des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln vorläufig festgenommen. Heute soll in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Neubrandung ein Haftbefehlsantrag geprüft werden.
Der Mann aus Berlin hatte ein ganzes Potpourri an Drogen bei sich: mehrere hundert Ecstasy-Pillen, darunter 60 „Blue Punisher“-Pillen, mehr als 180 LSD-Trips, weitere Betäubungsmittel in nicht geringer Menge sowie Tütchen mit einer kristallinen Substanz, die noch analysiert werden muss. Zudem hatte der Tatverdächtige in szenetypischer Stückelung mehr als 10.000 Euro Bargeld dabei.
Die Polizei bedankt sich noch mal bei dem bisher unbekannten Hinweisgeber und warnt erneut vor dem Konsum von Betäubungsmitteln, insbesondere „Blue Punisher“.
Wie bereits heute Mittag mitgeteilt, ist es den Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg am gestrigen Abend gelungen, vier deutsche Tatverdächtige im Alter von 16, 17, 17 und 37 Jahren im Zusammenhang mit der Ecstasy-Pille „Blue Punisher“ festzunehmen. Die Beamten haben am heutigen Tag weitere umfangreiche Ermittlungen, unter anderem die Beschuldigtenvernehmungen, durchgeführt. Im Ergebnis dessen wird dem 37-Jährigen die „Leichtfertige Verursachung des Todes eines Anderen durch Abgabe von Betäubungsmitteln“ (§30 Abs. 1 Nr. 3 BtmG) vorgeworfen.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat für den 37-Jährigen Haftbefehl beantragt. Der Richter ist dem Antrag gefolgt und hat Untersuchungshaft angeordnet. Er wurde anschließend in die JVA Neustrelitz gebracht. Die drei anderen 16-, 17- und 17-jährigen Tatverdächtigen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gehen die Ermittler davon aus, dass alle vier Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Tod der 13-Jährigen und dem schlechten gesundheitlichen Zustand der 14- und der 15-Jährigen stehen. Genaue Tatzusammenhänge sowie die Ermittlungen von weiteren Tatverdächtigen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen, die weiterhin durch Kriminalpolizeipolizeiinspektion Neubrandenburg geführt werden.
Die 14-Jährige, die gestern Abend im Vogelviertel auf dem Boden liegend aufgefunden wurde, befindet sich weiter in einem kritischen gesundheitlichen Zustand.