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Gedenken, Kriegsende, Mahnmal, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Odebrecht, Tag der Befreiung
Der Neustrelitzer Stadtpräsident Max Odebrecht hat bei der heutigen Gedenkveranstaltung aus Anlass des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und der Befreiung vom Faschismus dazu aufgefordert, die Erinnerung wachzuhalten. „Nicht aus Schuld, denn schuldig fühlen muss sich heute niemand mehr, sondern aus Verantwortung. Verantwortung gegenüber den Opfern, aber auch gegenüber unserer Demokratie. Denn wir dürfen nie vergessen wohin Hass, Hetze und undemokratisches Verhalten führen können“, sagte Odebrecht am Mahnmal in der Marienstraße.
„Ich stehe heute hier vor Ihnen als Stadtpräsident, aber vor allem als junger Mensch. Wir sind eine Generation, die wie auch die meiner Eltern und in vielen Fällen sogar die unserer Großeltern, den Krieg nur aus Geschichtsbüchern kennt. Jeder von uns hat ein Leben, ein einziges, das für uns unendlich kostbar ist. Ein Leben voller Träume, Wünsche, Hoffnungen, Ängste, voller Familie und Freunde. Über 60 Millionen solcher einzelnen Leben wurden durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöscht“, blickte der Stadtpräsident zurück. „60 Millionen Menschen, jeder mit einer eigenen Geschichte. Jeder mit einem Leben, das genauso wertvoll war wie Ihres und meines. Ich glaube, wir alle können kaum erfassen, was diese Zahl wirklich bedeutet.“ Max Odebrecht dankte allen bei der Veranstaltung Anwesenden für das Zeichen, das sie heute in Neustrelitz gesetzt haben.
Der Stadtpräsident und Nico Ruhmer, 2. Stellvertreter des Bürgermeisters, legten für die Stadt am Mahnmal Blumen nieder. Matthias Horn vom Landestheater Neustrelitz trug Auszüge aus der historischen Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker vom 8. Mai 1985 vor.

Meine Gedanken: Erinnern ist wichtig , aber es muss mehr sein!!
Der Stadtpräsident Max Odebrecht hat in seiner Rede an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Er hat gesagt, wir sollen nicht aus Schuld, sondern aus Verantwortung handeln. Das ist richtig. Aber was genau heißt das?
Wenn wir sagen, wir tragen Verantwortung, dann muss auch klar sein, wofür. Nur zu sagen, „wir dürfen nicht vergessen“, reicht nicht. Was bedeutet das für unser Leben heute? Wo sehen wir heute Hass und Ausgrenzung? Und was können wir konkret dagegen tun?
Auch wenn man von 60 Millionen Toten spricht, bleibt das oft eine große, unvorstellbare Zahl. Es ist schwer zu begreifen, wie viele Menschen das wirklich waren. Vielleicht wäre es besser, einzelne Geschichten zu erzählen, damit wir die Menschen hinter den Zahlen besser verstehen.
Es ist gut, dass junge Menschen angesprochen werden. Aber sie brauchen auch die Chance, sich wirklich einzubringen, nicht nur zuzuhören.
Und: Die berühmte Rede von Richard von Weizsäcker wurde schon oft zitiert. Sie ist wichtig. Aber vielleicht ist es an der Zeit, eigene Worte zu finden. Worte, die zeigen, was heute auf dem Spiel steht.
Gedenken ist mehr als Blumen niederlegen. Es soll uns helfen, heute mutig für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten.