Schlagwörter
Anna, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Schauspielhaus, Thriller, TOG

Der multimediale Schauspielthriller ANNA wird im Schauspielhaus Neubrandenburg erstmals in Deutschland zu sehen sein. Premiere ist am 8. Februar um 19.30 Uhr. Mit Kopfhörern verfolgt das Publikum die Geschehnisse auf der Bühne und taucht dabei direkt in die Perspektive von Anna ein, während die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen.
„Diese Inszenierung ist ein theatralisches Experiment, auf das Sie gespannt sein sollten und für das Sie offen sein sollten“, so die TOG in ihrer Ankündigung. „Ein Stück Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur im Ringen um das Vergessen und verweisend auf Zukünftiges. Ein Stück deutscher Geschichte wird in einer ganz persönlichen Geschichte erlebbar, anschaubar und kritisierbar/beurteilbar gemacht. Denunziantentum gehört zur deutschen Historie und sollte mahnend zur Kenntnis genommen werden. Sicherheitsdienste gehören zu jedem Staatswesen und sollten durch parlamentarische Kontrolle im Zaume gehalten werden.“
Hans, Annas Mann, wurde zum Abteilungsleiter befördert. Das soll gefeiert werden. Er lädt seine Kolleg*innen zu einer Party in die neue Wohnung ein. Als sein neuer Chef erscheint, bekommt die Feier eine ungeahnte Wendung, Geister der Vergangenheit tauchen auf und werden unterschiedlich erinnert, die Leichtigkeit des Feierns schwindet zusehends und Intrigen machen sich breit. Es fällt der Strom aus, ein Feuerwerk zündet und treibt die Geschichte voran und führt schließlich in eine Katastrophe. Am Ende werden alle Beteiligten verloren haben.
Das Theaterstück spielt im Februar des Jahres 1968 in einer Neubauwohnung am Berliner Leninplatz. Gezeigt wird ein Operativer Vorgang der Staatssicherheit auf einer Party. Es laufen zwei Intrigen parallel ab. In der einen will ein Agent die Hauptfigur in den Westen, nach Paris entführen und in der anderen will eine Gruppe der Staatssicherheit eben diesen Spion überführen. Unter allem liegt die deutsche Vergangenheit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges. Es ergeben sich Unschärfen, zeitliche Verschiebungen und Fiktionen. Angelegt ist das Stück als ein Thriller in britischer Manier. Das Publikum wird zum Zeugen des Operativen Vorgangs. Ausgestattet mit Kopfhörern, kann es das Geschehen verfolgen und beurteilen.
Weitere Termine Do. 13.02. / Di. 04.03. / Fr. 07.03. / So., 23.03. / Do., 17.04. ; jeweils 19.30 Uhr. Einen ersten Einblick gibt die Matinee am Sonntag, 26. Januar, um 11 Uhr im Schauspielhaus. Das Regieteam und Ensemblemitglieder stellen die Inszenierung, das Bühnen- und Kostümbild vor. Der Eintritt ist frei.
Konzept Ella Hickson, Max Ringham und Ben Ringham
aus dem Englischen von Lisa Wegener
Deutsche Erstaufführung
Inszenierung → Walter Meierjohann
Bühnen- und Kostümbild → Steffi Wurster
Mitarbeit Bühnen- und Kostümbild → Christine Jacob
Sounddesign → Daniel Wolff
Dramaturgie → Christine Boyde
ES SPIELEN
→ Lisa Scheibner, Christian Ehrich a.G.., Erik Born, Barbara Schnitzler a.G.., Josefin Ristau, Robin Meisner a.G.., Karin Hartmann, Thomas Pötzsch, Marie Nadja Haller, Florian Rast
TICKETS
Kartenwünsche unter 03981 20 64 00 und 0395 569 98 32 oder Ticket einfach online bucheen unter https://tog.de
DIE AUTORIN ELLA HICKSON
Ella Hickson, geboren 1985 ist eine britische Dramatikerin und Theaterregisseurin, deren Stücke viele erfolgreiche Aufführungen in England und auch international erlebten. Sie wurde mit vielen Auszeichnungen als neue Dramatikerin geehrt. Stücke u.a. Eight, Precious Little Talent, Boys, Wendy &Peter Pan, eine Adaption von Merlin, The Writer, Anna und Oil. Sie arbeitet an Auftragswerken für das National Theatre London, The Old Vic Theatre London und Manhatten Theatre Club New Vork. Des Weiteren entwickelt sie verschiedene Projekte für Film und Fernsehen.
Die Uraufführung des Stückes fand im Dorfman auditorium oft the National Theatre, London am 21. Mai 2019 statt. Der Theatertext wurde in London entwickelt auf der Grundlage des Buches STASILAND von Anna Funder. Anna Funder kam nach dem Fall der Mauer nach Berlin und führte Gespräche mit von der Staatssicherheit verfolgten Menschen und schrieb deren Geschichten auf. 2002 veröffentlichte Anna Funder ihr Buch in ihrer Heimat Australien.
INSZENIERUNGSTEAM
Walter Meierjohann lebt und arbeitet in London und ist international tätig als Regisseur, Künstlerischer Leiter und Dozent. Er studierte Regie an der HfS Ernst Busch in Berlin sowie französische Literatur am St. Hugh’s College in Oxford. Walter Meierjohann arbeitete an zahlreichen renommierten Theatern in Deutschland und Großbritannien, darunter am Barbican Theatre in London, dem Young Vic Theatre und dem Donmar Warehouse. Im deutschsprachigen Raum inszenierte er u.a. am Residenztheater München, Staatsschauspiel Dresden, Theater Graz, Theater Freiburg, den Sophiensälen und der Arena Berlin mit dem Peter Stein FAUST-Ensemble. Seit seiner Licht- und Sound Installation BLINDNESS (Saramago/Simon Stephens) am Donmar Warehouse (und internationalen Gastspielen u.a. in New York, Amsterdam, Mexico City, Hong Kong, Singapur, Toronto, Washington und dem Adelaide Festival), ist Walter Meierjohann auch Co-Director von dem 2021 gegründeten Sound – und Licht Kollektiv AURICLE. Die letzte Arbeit, DER REISENDE (Boschwitz) wurde 2023 in der Stiftung Exilmuseum in Berlin gezeigt und ist seit Dezember 2024 Teil der Dauerausstellung der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt.
Steffi Wurster ist Bühnenbildnerin und Filmemacherin und lebt in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst an der Universität Mainz und Bühnenbild an der Universität der Künste Berlin bei Achim Freyer, Einar Schleef und Hartmut Meyer. Seit 2003 arbeitet Steffi Wurster freischaffend als Bühnenbildnerin u.a. am Deutschen Theater Berlin, Residenztheater München, Schauspiel Hannover, Schauspielhaus Düsseldorf, Nationaltheater Weimar, Staatsschauspiel Dresden, Maxim-Gorki-Theater Berlin, Theater Freiburg und The Young Vic Theatre London. Neben ihren szenografischen Arbeiten entwickelt sie interdisziplinäre Projekte und Videos. Die, seit 2010 vorwiegend dokumentarischen Filmprojekte führen Steffi Wurster immer wieder nach Osteuropa. Ausgehend von konkreten Orten, befassen sich die visuellen Recherchen häufig mit ungelösten politischen Konflikten und widerstreitenden Narrativen.