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Drehleiter, Indienststellung, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Wesenberg

Anke Krüger, Amtswehrführerin der Mecklenburgischen Kleinsenplatte, lässt sich sicherlich nicht von jedem kneifen. Beim Wesenberger Wehrführer René Deparade hat sie gestern Abend in der Woblitzstadt eine Ausnahme gemacht. Der durfte, um der gestandenen Feuerwehrfrau zu beweisen, dass sie nicht doch träumt. Denn eine Drehleiter für den Amtsbereich hat sie schon zwölf Jahre angemahnt. Nun ist das Spezialfahrzeug angeschafft und in Dienst gestellt (Strelitzius berichtete).
Anke Krüger überreichte den traditionellen „Maschinistenbesen“ und hatte dann auch eine Packung „Merci“-Schokolade dabei, um sich bei den nach Wesenberg gekommen Neustrelitzer Feuerwehrleuten zu danken, die mit ihrer Drehleiter bislang auch in die Kleinseenplatte ausgerückt sind. „Solltet Ihr künftig auch mal unsere Technik brauchen, wir stehen bereit“, versicherte sie den Kameraden von nebenan. und bei der Kommunalpolitik hat sich Anke Krüger auch noch bedankt.
Dazu noch eine Geschichte: MV legt mit Brandenburg ein Förderprogramm für Feuerwehrfahrzeuge auf und der Landkreis informiert versehentlich auch das Amt Kleinseenplatte, das aus Sicht der Schweriner nicht zum Kreis der Bedürftigen gehört. Aber, nun ist man in Mirow, Wesenberg, Wustrow und Priepert hellhörig geworden. Und als vom Hersteller angebotene Technik übrig bleibt, profitiert die Kleinseenplatte vom Mengenrabatt, wenn auch nicht von Fördermitteln. Eine gut und gern bis zu einer Million Euro teure Drehleiter ist für 600.000 Euro zu haben. Einzige Bedingung: Fast sofort anzahlen und damit Absicht erklären.
Nachahmenswert schnelles Zusammenwirken
Nächster Zufall: Wesenberg wollte ohnehin ein Feuerwehrauto anschaffen und hatte Mittel in den Haushalt eingestellt. Der Rest war nachahmenswert schnelles Zusammenwirken der Kommunalpolitiker in Städten und Gemeinden der Kleinseenplatte, um die Investition insgesamt zu stemmen. „Wir haben abgewogen zwischen Sollen, Wollen und Können, und wir haben gekonnt“, brachte es Wesenbergs Bürgermeister auf einen Nenner.
Bei so viel Vorgeschichte war die Drehleiter nicht einfach in Dienst zu stellen. Die Show dazu war vergnüglich. Ein sich wie von Geisterhand öffnendes Tor zur Fahrzeughalle an der Wesenberger Ortsumgehung, fackeltragende Feuerwehrkinder, bombastische Musik, viel Nebel, und dann rollte die Hauptdarstellerin vor die Schaulustigen, fuhr die Leiter samt Kanzel computergesteuert in den Abendhimmel und war schlichtweg die Attraktion.
Denkwürdiger Tag
Peter Handsche, Ordnungsamtsleiter des Landkreises, hatte bereits zuvor von einem „denkwürdigen Tag“ gesprochen. Mit der Zusatzbeschaffung werde endlich eine feuerwehrtechnische Lücke zwischen Neustrelitz und Röbel geschlossen. Der Einsatzwert dieses Bereiches werde massiv angehoben. Und was sich am Standort Wesenberg abspiele, sei nur mit „ganz toll“ zu beschreiben. Er hoffe, dass diese Entwicklung neue Mitglieder der Feuerwehr anlocke.
Kreiswehrführer Stephan Drews sprach von einer neuen Herausforderung, und er sei froh, dass sich die Wesenberger Kameraden dieser angenommen haben.
Letzte Story: Der Grundstücksnachbar der Wesenberger Feuerwehrleute, Thomas Splett, hat sich nicht lange bitten lassen. Der Bauunternehmer mit Leidenschaft zum hochwertigen Kochen krönte den festlichen Abend mit drei gleich heißen Suppen gegen Nieselpiesel und Kälte. Zwei der Kreationen habe ich in bescheidener Menge gleich genossen, zur dritten wurde ich freundlich genötigt. Bei dem Schietwetter war mein Widerstand eigentlich auch keiner. Hier meine Rangfolge: Käsesuppe vor Soljanka und Wildgulaschsuppe. Wobei Letztere eine edle Zutat enthielt, die man weit und breit suchen kann. Aber das ist ein mit Strelitzius von Thomas Splett geteiltes Betriebsgeheimnis.

